Fahrzeuge

Stadler Euro DuFour für die SBB

Die Stadler Euro DuFour auf der InnoTrans

Nicht auf dem Hauptgleisfeld, sondern zwischen den Hallen ist die EURO DuFour versteckt, welche hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. In sattem SBB-Rot erscheint die Lokomotive und es wird unmissverständlich klar: Diese Lok ist für die Schweiz gedacht. Vor zwei Jahren wurde auf der InnoTrans der Liefervertrag für 36 dieser elektrischen Mehrsystemlokomotiven unterzeichnet. 22 davon sogar mit Batteriemodul für den Rangierbetrieb. Durch die Mehrsystemfähigkeit kann die EURO DuFour auf allen gängigen europäischen Eisenbahnnetzen mit Normalspur unterwegs sein, ist jedoch speziell für die Schweizer Verhältnisse angepasst worden: Für die vielen bogenreichen Strecken wurden die Drehgestelle inklusive integrierter Lenkung neu entwickelt und sollen den Verschleiß um bis zu 20 Prozent reduzieren.

Konkret gehen die 36 Lokomotiven an die SBB Cargo Schweiz, wo sie zunächst die Re 4/4 II ersetzen und schrittweise das neue Flaggschiff werden sollen. 93 weitere Einheiten können noch optional beschafft werden, wobei sicherlich erstmal abgewartet werden dürfte, wie es mit Zulassung und Ersteinsätzen vorangeht.

160 km/h kann die Lokomotive schnell werden und bietet bis zu 7 MW Leistung. In der Variante ohne Batteriemodul wiegt sie unter 80 Tonnen, was für eine Vierachslokomotive mit der Leistungsstärke durchaus besonders ist. Mit den entsprechenden Achslasten kann sie alle gewöhnlichen Haupt- und Nebenstrecken Europas bis zur Streckenklasse C befahren. Eine digitale Zustandsüberwachung soll Wartungskosten senken, Touchscreens mit intuitiver Bedienung im Führerstand die Arbeit des Fahrpersonals erleichtern und überhaupt sollen die Fahrzeuge deutlich effizienter sein als vorherige. Besonders herausstechen werden sie aber sicherlich erst einmal durch ihr Design, das an die ikonische Re 460 mit ihrem schwarzen Fensterband anschließt.

Land: SchweizHersteller: StadlerVerkehrsbetrieb: SBBVerkehrsbetrieb: SBB Cargo

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 21. September 2026.