Alstom-Aktie bricht ein I Siemens-Milliardenauftrag aus Spanien
- Alstom-Aktie bricht ein: Der Coradia Max wird zum Milliardenproblem
- Siemens gewinnt in Spanien: Renfe bestellt 30 Velaro Novo
- Weniger Züge für mehr Pünktlichkeit: DB setzt Expertenkommission ein
- Verschobene Sanierung bremst NATO-Drehkreuz Bremerhaven aus
- Batteriezüge für Westfalen: Warten in Sendenhorst
- Westbahn fährt ab Dezember dreimal täglich nach Spittal an der Drau
- Österreichische Ostregion: Dichtere Takte zum Flughafen Wien und nach Bratislava
- Abgesackter Bahndamm legt S-Bahn am Jurasüdfuss lahm
- Was ermöglichen die kommenden Reformen bei den ÖBB?
Deutschland

Alstom-Aktie bricht ein: Der Coradia Max wird zum Milliardenproblem
Schwarzer Montag für Alstom: Die Aktie des französischen Herstellers verlor zu Wochenbeginn zeitweise rund 30 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich der Börsenwert mehr als halbiert. Auslöser ist die zweite Prognosesenkung innerhalb eines Jahres, und die hat es in sich. Die bereinigte operative Marge für das laufende Geschäftsjahr kappt Alstom von 6,5 auf nur noch rund 1 Prozent, im ersten Halbjahr lag sie sogar bei minus 4 Prozent. Statt eines positiven freien Cashflows erwartet der Konzern nun einen Abfluss von 1,5 Milliarden Euro, die Analysten der Citi beziffern das auf rund ein Fünftel des gesamten Börsenwerts. Auch das Produktionsziel sinkt von bis zu 4.500 auf rund 4.000 Wagen im Jahr. Zum Schuldenabbau kündigt Alstom ein Programm über rund zwei Milliarden Euro an.

Siemens gewinnt in Spanien: Renfe bestellt 30 Velaro Novo
Milliardenauftrag für Siemens: Die spanische Staatsbahn Renfe hat vergangene Woche 30 Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro Novo bestellt, inklusive Wartung hat der Auftrag ein Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro. Dazu kommt eine Option auf zehn weitere Züge. Die Fahrzeuge sind für Geschwindigkeiten bis 350 km/h ausgelegt, im Rennen um den Auftrag hatte sich Siemens unter anderem gegen Hitachi durchgesetzt.

Weniger Züge für mehr Pünktlichkeit: DB setzt Expertenkommission ein
Die Deutsche Bahn lässt prüfen, ob weniger Verkehr das Netz zuverlässiger macht. Die DB InfraGO hat dazu eine unabhängige Expertenkommission mit dem Namen "Robuster Fahrplan" einberufen, die heute, Dienstag in Berlin ihre Arbeit aufnimmt, unterstützt vom Schweizer Fahrplanspezialisten SMA und Partner. Erste Vorschläge sollen Anfang 2027 vorliegen und dann mit Politik, Ländern und Branche bewertet werden. Der Befund dahinter ist deutlich: 2025 fuhren mehr als zehn Prozent der Züge auf Abschnitten mit über 115 Prozent Auslastung, die stauungsbedingten Verspätungen haben sich binnen zehn Jahren um 150 Prozent erhöht, und nur 60 Prozent der Fernzüge kamen 2025 ohne größere Verspätung an. Ob tatsächlich Züge gestrichen werden, ist offen, die Kommission berät ergebnisoffen. Klar ist aber: Weniger Zugfahrten bedeuten entweder weniger Angebot oder mehr Kapazität pro Zug, und beides hat seinen Preis.

Verschobene Sanierung bremst NATO-Drehkreuz Bremerhaven aus
Bremerhaven soll zur logistischen Drehscheibe der NATO werden, doch die Schiene spielt nicht mit. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat für den Ausbau des Hafens zum sogenannten Deployment Hub 1,35 Milliarden Euro zugesagt. Bis 2031 soll dort die Verlegung von bis zu 800.000 Soldaten Richtung Ostflanke abgewickelt werden können, täglich würden 150 bis 250 Container mit Militärgütern umgeschlagen, 42 Einzelmaßnahmen sind geplant. Allein bis Jahresende erwartet der Hafenbetreiber BLG 160 Millionen Euro für erste Bauarbeiten.

Batteriezüge für Westfalen: Warten in Sendenhorst
Das neue, bewusst betreiberunabhängige Design der 61 Mireo Plus B fürs Münsterland haben wir im letzten BahnBrief vorgestellt, ab Dezember 2029 ersetzen sie als zweitgrößte Batteriezug-Flotte Deutschlands die Dieselzüge im Netz Nördliches Westfalen. Weniger erfreulich läuft es bei der wichtigsten Reaktivierung der Region: Die Strecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn von Münster nach Sendenhorst sollte ursprünglich Ende 2025 wieder Personenverkehr sehen, zuletzt war von 2027 die Rede, und auch diesen Termin hält die WLE inzwischen für unrealistisch. Dabei liegt der Planfeststellungsbeschluss seit Jänner vor, doch rund 18 Monate Bauzeit, europaweite Ausschreibungen und Monate an Probefahrten summieren sich auf mindestens zwei weitere Jahre. Geplant sind drei Züge pro Stunde bis Wolbeck, zwei davon weiter bis Sendenhorst, die Planung rechnet mit mehr als 10.000 Fahrgästen pro Werktag bei Kosten von rund 133 Millionen Euro.
Österreich

Westbahn fährt ab Dezember dreimal täglich nach Spittal an der Drau
Die Westbahn baut ihr Engagement auf der Südstrecke aus: Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember verbindet das Privatunternehmen Wien und Spittal an der Drau dreimal täglich je Richtung, ganzjährig und ohne Umstieg. Die Fahrzeit liegt bei rund vier Stunden, ab Wien Hauptbahnhof geht es um 7:15, 13:15 und 16:15 Uhr nach Kärnten, in der Gegenrichtung um 7:40, 11:40 und 17:40 Uhr ab Spittal.

Österreichische Ostregion: Dichtere Takte zum Flughafen Wien und nach Bratislava
Der Fahrplanwechsel am 13. Dezember bringt im Osten Österreichs eine Reihe von Verbesserungen. Der REX7 fährt künftig ganztags im Halbstundentakt bis Fischamend und bindet damit auch den Flughafen Wien doppelt so oft an, zur Hauptverkehrszeit geht es halbstündlich weiter bis Wolfsthal. Zwischen Wien und Bratislava entsteht mit einem zusätzlichen Zugpaar ein durchgehender Stundentakt von 5 Uhr früh bis Mitternacht. Auf der Nordbahn verdichten zusätzliche REX1-Züge das Angebot Richtung Břeclav am Nachmittag auf einen annähernden Halbstundentakt, und über Retz gibt es eine neue Spätverbindung nach Znojmo. Wermutstropfen bleibt die Stammstrecken-Baustelle: Die S7 pendelt weiter nur zwischen St. Marx und dem Flughafen, die S80 endet in Meidling, erst Ende 2027 soll die Stammstrecke wieder durchgehend befahrbar sein.
Schweiz

Abgesackter Bahndamm legt S-Bahn am Jurasüdfuss lahm
In der Schweiz sorgt ausgerechnet der trockene Sommer für eine monatelange Streckeneinschränkung. Bei Pieterlen im Berner Seeland, zwischen Biel und Grenchen, liegt unter den Gleisen eine Torfschicht, die sich durch die Trockenheit zuletzt immer schneller gesenkt hat, und mit ihr der Bahndamm. Die SBB hat deshalb in der Nacht auf Freitag das nördliche Gleis gesperrt, das südliche bleibt nur mit reduziertem Tempo befahrbar. Die Folgen trägt vor allem der Regionalverkehr: Die S20 zwischen Biel und Grenchen Süd fällt aus und wird durch Busse ersetzt. Die Fernverkehrszüge IC51, IR56, RE56 und IC5 verkehren vorerst nach Fahrplan, müssen aber mit Verspätungen rechnen, auch der Güterverkehr verliert Kapazität auf der wichtigen Jurasüdfuss-Achse. Die Einschränkungen dürften mehrere Monate dauern. Eigentlich wollte die SBB den Damm erst im Sommer 2027 sanieren, nun wird geprüft, die Arbeiten vorzuziehen.
Österreich

Was ermöglichen die kommenden Reformen bei den ÖBB?
Andreas Matthä steht seit mittlerweile 10 Jahren an der Spitze der ÖBB Holding. Damit ist er der längstdienende Vorstandsvorsitzende in der Geschichte der Bundesbahnen. Mitte nächsten Jahres wird Matthä in den Ruhestand gehen, aktuell beschäftigen ihn aber noch der Konzern-Umbau und die Produktionsreform der Staatsbahn. Wir haben Matthä einige Fragen dazu gestellt. bahnblick: Was genau soll die Produktionsreform ab Mitte nächsten Jahres anders machen? Andreas Matthä: Ganz einfach gesagt: Wir wollen die Bahn stärker als Gesamtsystem denken. Heute werden Fahrplan, Fahrzeuge, Personal, Werkstätten oder Instandhaltung teilweise noch zu sehr getrennt voneinander beziehungsweise hintereinander geplant. Künftig wollen wir das integriert machen und steuern nach Verkehrssystemen, also zum Beispiel Tagfernverkehr, Nachtfernverkehr oder Einzelwagenverkehr. Am Ende geht es um weniger Schnittstellen, schnellere Entscheidungen und vor allem um eines: mehr Stabilität und Qualität für unsere Kundinnen und Kunden. Der operative Start von PR26 ist für den 1. Juli 2027 vorgesehen.
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