Verschobene Sanierung bremst NATO-Drehkreuz Bremerhaven aus

Bremerhaven soll zur logistischen Drehscheibe der NATO werden, doch die Schiene spielt nicht mit. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat für den Ausbau des Hafens zum sogenannten Deployment Hub 1,35 Milliarden Euro zugesagt. Bis 2031 soll dort die Verlegung von bis zu 800.000 Soldaten Richtung Ostflanke abgewickelt werden können, täglich würden 150 bis 250 Container mit Militärgütern umgeschlagen, 42 Einzelmaßnahmen sind geplant. Allein bis Jahresende erwartet der Hafenbetreiber BLG 160 Millionen Euro für erste Bauarbeiten.
Das Problem: Die DB InfraGO hat die Sanierung der Strecke Bremen - Bremerhaven vom kommenden Jahr auf 2032 verschoben, ein Jahr nach der geplanten Eröffnung des Drehkreuzes. Die einzige Schienenanbindung des Hafens bleibt damit sechs weitere Jahre störanfällig, und während der späteren Bauarbeiten dürfte sie zusätzlich beeinträchtigt sein. Die InfraGO verweist darauf, dass dringende Reparaturen vorgezogen werden und während der Sanierung mindestens ein Gleis befahrbar bleibt. Kritiker halten dagegen, dass ein militärisches Drehkreuz ohne verlässliche Schienenanbindung seinen Zweck verfehlt. Ausgerechnet bei einem Projekt, das mit Verweis auf die Sicherheitslage Milliarden erhält, wird die Schiene damit zum schwächsten Glied.
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Zuerst erschienen im BahnBrief vom 2. November 2026.