Siemens gewinnt in Spanien: Renfe bestellt 30 Velaro Novo

Milliardenauftrag für Siemens: Die spanische Staatsbahn Renfe hat vergangene Woche 30 Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro Novo bestellt, inklusive Wartung hat der Auftrag ein Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro. Dazu kommt eine Option auf zehn weitere Züge. Die Fahrzeuge sind für Geschwindigkeiten bis 350 km/h ausgelegt, im Rennen um den Auftrag hatte sich Siemens unter anderem gegen Hitachi durchgesetzt.
Für Siemens ist der Zuschlag doppelt wertvoll: Es ist der erste europäische Auftrag für die Velaro-Novo-Plattform, die der Konzern bereits 2018 vorgestellt hat und die bisher vor allem als Basis für die amerikanischen Brightline-West-Züge dient. Und er kommt aus einem Markt, in dem der Wettbewerb auf der Schiene härter ist als irgendwo sonst in Europa: Auf den spanischen Schnellfahrstrecken kämpfen Renfe, Ouigo und Iryo mit Kampfpreisen um Fahrgäste, entsprechend dringend braucht die Staatsbahn modernes und wirtschaftliches Rollmaterial.
Überschattet wird die Bestellung von der Zugkatastrophe der Vorwoche: Bei Urda in der Provinz Toledo war ein AVE der Renfe auf einen stehenden Iryo-Zug aufgefahren, mindestens 69 Menschen starben. Ersten Erkenntnissen zufolge war die Zugsicherung auf dem Abschnitt ausgefallen, ehe ein Fahrdienstleiter die Weiterfahrt irrtümlich erlaubt haben soll. Wie es zum schwersten Zugunglück Spaniens seit 2013 kommen konnte, arbeiten wir gerade auf, in den nächsten Wochen erscheint dazu ein Video auf bahnblick.
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Zuerst erschienen im BahnBrief vom 2. November 2026.