Personenverkehr

Weniger Züge für mehr Pünktlichkeit: DB setzt Expertenkommission ein

Weniger Züge für mehr Pünktlichkeit: DB setzt Expertenkommission ein

Die Deutsche Bahn lässt prüfen, ob weniger Verkehr das Netz zuverlässiger macht. Die DB InfraGO hat dazu eine unabhängige Expertenkommission mit dem Namen "Robuster Fahrplan" einberufen, die heute, Dienstag in Berlin ihre Arbeit aufnimmt, unterstützt vom Schweizer Fahrplanspezialisten SMA und Partner. Erste Vorschläge sollen Anfang 2027 vorliegen und dann mit Politik, Ländern und Branche bewertet werden. Der Befund dahinter ist deutlich: 2025 fuhren mehr als zehn Prozent der Züge auf Abschnitten mit über 115 Prozent Auslastung, die stauungsbedingten Verspätungen haben sich binnen zehn Jahren um 150 Prozent erhöht, und nur 60 Prozent der Fernzüge kamen 2025 ohne größere Verspätung an. Ob tatsächlich Züge gestrichen werden, ist offen, die Kommission berät ergebnisoffen. Klar ist aber: Weniger Zugfahrten bedeuten entweder weniger Angebot oder mehr Kapazität pro Zug, und beides hat seinen Preis.

Auch der Deutschlandtakt steht auf dem Prüfstand

Passend dazu hat das Bundesverkehrsministerium Ende Oktober ein bemerkenswertes Update zum Deutschlandtakt veröffentlicht. Der Zielfahrplan wird derzeit auf Basis der Verkehrsprognose 2040 aktualisiert, und die ersten Zwischenergebnisse haben es in sich: Die volkswirtschaftliche Bewertung der Infrastrukturmaßnahmen aus dem Bedarfsplan liefert laut Ministerium noch kein ausreichendes Ergebnis. Im Klartext: So wie geplant rechnen sich die Projekte bislang nicht, nun wird nachjustiert. Die Aktualisierung soll bis etwa 2027 laufen, bis dahin gilt der bestehende Zielfahrplan weiter, ein Zwischenbericht ist angekündigt. Das Ministerium betont, dass der Zielfahrplan selbst nicht infrage steht. Zusammen mit der neuen Fahrplankommission ergibt sich trotzdem ein klares Bild: Deutschland vermisst gerade neu, wie viel Bahnverkehr Netz und Budget wirklich hergeben.

Land: DeutschlandVerkehrsbetrieb: DB

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 2. November 2026.