Batteriezüge für Westfalen: Warten in Sendenhorst

Das neue, bewusst betreiberunabhängige Design der 61 Mireo Plus B fürs Münsterland haben wir im letzten BahnBrief vorgestellt, ab Dezember 2029 ersetzen sie als zweitgrößte Batteriezug-Flotte Deutschlands die Dieselzüge im Netz Nördliches Westfalen.
Weniger erfreulich läuft es bei der wichtigsten Reaktivierung der Region: Die Strecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn von Münster nach Sendenhorst sollte ursprünglich Ende 2025 wieder Personenverkehr sehen, zuletzt war von 2027 die Rede, und auch diesen Termin hält die WLE inzwischen für unrealistisch. Dabei liegt der Planfeststellungsbeschluss seit Jänner vor, doch rund 18 Monate Bauzeit, europaweite Ausschreibungen und Monate an Probefahrten summieren sich auf mindestens zwei weitere Jahre. Geplant sind drei Züge pro Stunde bis Wolbeck, zwei davon weiter bis Sendenhorst, die Planung rechnet mit mehr als 10.000 Fahrgästen pro Werktag bei Kosten von rund 133 Millionen Euro.
Ausgerechnet auf der Reaktivierungsstrecke werden die neuen Mireo Plus B gar nicht fahren. Für Münster nach Sendenhorst und Harsewinkel nach Verl hat der NWL bereits 2022 zehn Batteriezüge vom Typ Civity beim spanischen Hersteller CAF bestellt, samt Wartung über 33 Jahre. Im Münsterland werden damit künftig zwei Batteriezug-Flotten von zwei Herstellern parallel unterwegs sein.
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Zuerst erschienen im BahnBrief vom 2. November 2026.