BahnBrief vom 26. Oktober 2026

Wie die ÖBB-Reform einsparen will I Brenner-Basistunnel erst 2034

Österreich

Brennerbasistunnel verschiebt sich auf 2034 und wird noch teurer

Brennerbasistunnel verschiebt sich auf 2034 und wird noch teurer

Der Brennerbasistunnel geht erst 2034 in Betrieb, zwei Jahre später als zuletzt geplant. Das hat die Projektgesellschaft BBT SE letzte Woche Dienstag nach einer Aufsichtsratssitzung mitgeteilt. Gleichzeitig steigen die Gesamtkosten von 10,5 auf 11,7 Milliarden Euro. Als Gründe nennen die beiden Vorstände Umberto Lebruto und Martin Gradnitzer zusätzliche Bauarbeiten und die Integration der Bahntechnik: Der Erkundungsstollen wird zum Servicetunnel umfunktioniert, was weitere Bauwerke erfordert, dazu kommen verschärfte Sicherheitsanforderungen bei der Bahnausrüstung und die allgemeine Teuerung. Verkehrsminister Peter Hanke nannte die Entwicklung unerfreulich, Tirols Landeshauptmann Anton Mattle sprach von einem Rückschlag. Dabei kommt die Verschiebung in einem Moment, in dem auf der Baustelle eigentlich Meilensteine gefeiert werden: Ende Juli waren Österreich und Italien erstmals unterirdisch verbunden, zu diesem Zeitpunkt waren 220 der 230 Kilometer des gesamten Tunnelsystems ausgebrochen. Ende August wurde die erste der beiden Hauptröhren auf ihrer vollen Länge von rund 55 Kilometern zwischen der Sillschlucht bei Innsbruck und Franzensfeste durchgängig.

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ÖBB-Strukturreform: Gesetzentwurf fertig, Holding bekommt mehr Macht

ÖBB-Strukturreform: Gesetzentwurf fertig, Holding bekommt mehr Macht

In Österreich nimmt die ÖBB-Reform Fahrt auf: Das SPÖ-geführte Verkehrsministerium hat den Gesetzentwurf fertiggestellt und vergangene Woche an die Koalitionspartner ÖVP und NEOS zur politischen Abstimmung geschickt. Kern der Reform ist ein gesellschaftsrechtlicher Umbau: Die ÖBB-Personenverkehr AG und die Rail Cargo Group sollen in GmbHs umgewandelt werden. Damit erhält die ÖBB-Holding direkte Weisungsrechte gegenüber beiden Töchtern, die bisher als Aktiengesellschaften weitgehend eigenständig agieren konnten. Die ÖBB-Infrastruktur und die Holding selbst bleiben aus europarechtlichen Gründen Aktiengesellschaften.

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Deutschland

Premiere im RRX-Netz: Hitachi und Stadlers KISS Mix kommen nach NRW

Premiere im RRX-Netz: Hitachi und Stadlers KISS Mix kommen nach NRW

Die Aufgabenträger VRR, go.Rheinland und NWL haben gemeinsam mit der niedersächsischen LNVG das Teilnetz B des Rhein-Ruhr-Express vergeben, fünf RE-Linien mit zusammen über zehn Millionen Zugkilometern pro Jahr. Los 1 mit dem RE 2 Düsseldorf nach Osnabrück, dem RE 3 Düsseldorf nach Hamm und dem RE 45 Essen nach Münster geht an DB Regio, Los 2 mit dem RE 7 Krefeld nach Rheine und dem RE 42 Mönchengladbach nach Münster an die WestfalenBahn. Der Betrieb startet gestaffelt im Dezember 2031 und Dezember 2032, die Verträge laufen bis Dezember 2046. Der endgültige Zuschlag kann in Kürze nach einer zehntägigen Wartefrist erteilt werden.

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Finanzstreit im Regionalverkehr: Erste Länder bestellen Züge ab

Finanzstreit im Regionalverkehr: Erste Länder bestellen Züge ab

Auf der Verkehrsministerkonferenz in Hohenschwangau haben die Bundesländer vergangene Woche vor massiven Einschnitten im Regionalverkehr gewarnt, und mancherorts sind sie schon Realität: In Sachsen hat der Verkehrsverbund Oberelbe wegen stark gestiegener Preise bereits Fahrten einer S-Bahn-Linie und einer Regionalbahn abbestellt. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen erklärte, bisher habe man Kürzungen auf schwache Randzeiten begrenzen können, das könne sich in den kommenden Jahren deutlich ändern. Hintergrund ist eine wachsende Lücke zwischen Kosten und Regionalisierungsmitteln. Die Zuschüsse des Bundes steigen um drei Prozent pro Jahr, für 2027 sieht der Haushaltsentwurf rund 13,7 Milliarden Euro vor. Die Kosten steigen aber deutlich schneller, vor allem weil nach dem EuGH-Urteil zu den Trassenpreisen kräftige Aufschläge für den Nahverkehr drohen. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, derzeit Vorsitzender der Konferenz, fordert bis 2031 zusätzliche 14 Milliarden Euro, allein um den Status quo zu halten. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger lehnte das mit Verweis auf den engen Verkehrsetat ab. Immerhin in einem Punkt sind sich beide Seiten einig: Abbestellungen wollen eigentlich alle verhindern. Wie das ohne zusätzliches Geld gelingen soll, blieb in Hohenschwangau offen.

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Neues Design für 61 Batteriezüge: NRW-Nahverkehr bekommt ein Gesicht

Neues Design für 61 Batteriezüge: NRW-Nahverkehr bekommt ein Gesicht

Der Nahverkehr Westfalen-Lippe hat vergangene Woche das Design seiner künftigen Batteriezug-Flotte vorgestellt. Die 61 zweiteiligen Mireo Plus B von Siemens, finanziert vom britischen Investor Rock Rail, sollen ab Dezember 2029 im Netz Nördliches Westfalen die Dieselzüge zwischen Ostwestfalen-Lippe und dem Münsterland ersetzen, mit rund 7,1 Millionen Zugkilometern pro Jahr und als zweitgrößte Batteriezug-Flotte Deutschlands. Bemerkenswert ist weniger die Technik als das Prinzip dahinter: Das Design ist bewusst betreiberunabhängig gestaltet. Weil der Aufgabenträger die Fahrzeuge selbst beschafft und langfristig nutzt, egal welches Unternehmen sie am Ende fährt, tragen sie erstmals einen einheitlichen Auftritt des Nahverkehrs in Westfalen-Lippe statt der Farben eines Betreibers.

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Reaktivierung Münster nach Sendenhorst verzögert sich weiter

Reaktivierung Münster nach Sendenhorst verzögert sich weiter

Eigentlich sollte die reaktivierte Strecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn von Münster nach Sendenhorst 2027 in Betrieb gehen, daraus wird nichts: Die WLE hält den Termin inzwischen für unrealistisch, einen neuen gibt es nicht. Dabei liegt seit Ende Jänner der Planfeststellungsbeschluss der Bezirksregierung Münster vor, inklusive sofortiger Vollziehung. Doch selbst bei optimalem Verlauf summieren sich rund 18 Monate Bauzeit, europaweite Ausschreibungen und mehrere Monate Probebetrieb auf mindestens zwei Jahre. Das Projekt gehört zu den wichtigsten Reaktivierungen in Nordrhein-Westfalen: Auf den rund 20 Kilometern über Wolbeck und Albersloh nach Sendenhorst sollen batterieelektrische Triebzüge im Rahmen der S-Bahn Münsterland fahren, dreimal pro Stunde bis Wolbeck, zweimal weiter bis Sendenhorst. Die Planung rechnet mit mehr als 10.000 Fahrgästen pro Werktag, die Kosten wurden zuletzt mit rund 133 Millionen Euro veranschlagt.

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Österreich

Der lange Weg durch den Berg: Die Geschichte des Brenner-Basistunnels

Der lange Weg durch den Berg: Die Geschichte des Brenner-Basistunnels

Der Brenner ist der niedrigste Hauptkamm-Übergang der Ostalpen, und genau das ist sein Problem. Was leicht zu überqueren ist, wird viel befahren. Römische Legionen, mittelalterliche Kaufleute, Pilger auf dem Weg nach Rom: Sie alle nahmen diesen Weg. 1867 kam die Brennerbahn dazu, eine Meisterleistung ihrer Zeit, aber mit steilen Rampen und engen Kurven. Ein Jahrhundert später folgte die Autobahn. Spätestens in den 1980er-Jahren war klar, dass die Bahnstrecke aus dem 19. Jahrhundert den wachsenden Transit nicht schlucken würde. Güterzüge brauchen am Brenner oft zwei oder drei Lokomotiven und dürfen nur kurz sein. Der Lkw war schneller und billiger. Die Folge kennt jeder, der einmal im Wipptal oder im Unterinntal gewohnt hat: Lärm, Abgase, Kolonnen. Die Idee eines flachen Basistunnels, der den Berg unten statt oben durchquert, ist alt. Konkret wurde sie 1987, als im Auftrag der trilateralen Brennerkommission von Österreich, Italien und Deutschland eine erste Machbarkeitsstudie entstand. 1994 setzte die EU beim Gipfel von Essen die Achse Berlin–Neapel auf ihre Liste vorrangiger Verkehrsprojekte. Danach ging es in Etappen voran:

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