Personenverkehr

Finanzstreit im Regionalverkehr: Erste Länder bestellen Züge ab

Finanzstreit im Regionalverkehr: Erste Länder bestellen Züge ab

Auf der Verkehrsministerkonferenz in Hohenschwangau haben die Bundesländer vergangene Woche vor massiven Einschnitten im Regionalverkehr gewarnt, und mancherorts sind sie schon Realität: In Sachsen hat der Verkehrsverbund Oberelbe wegen stark gestiegener Preise bereits Fahrten einer S-Bahn-Linie und einer Regionalbahn abbestellt. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen erklärte, bisher habe man Kürzungen auf schwache Randzeiten begrenzen können, das könne sich in den kommenden Jahren deutlich ändern.

Hintergrund ist eine wachsende Lücke zwischen Kosten und Regionalisierungsmitteln. Die Zuschüsse des Bundes steigen um drei Prozent pro Jahr, für 2027 sieht der Haushaltsentwurf rund 13,7 Milliarden Euro vor. Die Kosten steigen aber deutlich schneller, vor allem weil nach dem EuGH-Urteil zu den Trassenpreisen kräftige Aufschläge für den Nahverkehr drohen. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, derzeit Vorsitzender der Konferenz, fordert bis 2031 zusätzliche 14 Milliarden Euro, allein um den Status quo zu halten. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger lehnte das mit Verweis auf den engen Verkehrsetat ab. Immerhin in einem Punkt sind sich beide Seiten einig: Abbestellungen wollen eigentlich alle verhindern. Wie das ohne zusätzliches Geld gelingen soll, blieb in Hohenschwangau offen.

Land: Deutschland

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 26. Oktober 2026.