SBB erneuert die Flotte der Zürcher S-Bahn: Erster Regio-Dosto modernisiert im Einsatz

Die SBB modernisieren einen wesentlichen Teil der Fahrzeugflotte der Zürcher S-Bahn, mit der täglich über 700.000 Fahrgäste unterwegs sind. Rund 500 Millionen Franken investieren SBB, ZVV, acht weitere Kantone und der Bund in die Erneuerung der zweiten und dritten Zuggeneration: knapp 230 Millionen für die 61 Doppelstock-Triebzüge (DTZ, RABe 514) von Siemens aus dem Jahr 2006 und rund 270 Millionen für die 69 Regio-Dosto (RABe 511) von Stadler, die seit 2012 im Einsatz sind. Die ersten modernisierten DTZ fahren bereits seit rund einem Jahr, seit Mitte September ist nun auch der erste erneuerte Regio-Dosto auf dem Netz. Erkennbar sind die aufgefrischten Züge von außen an den weißen Streifen links und rechts der roten Türen.
Für die Fahrgäste bringt das Programm neue Bodenbeläge und Sitzpolster, LED-Beleuchtung, verbesserte Beschriftung und mobilfunkdurchlässige Scheiben mit besserer Wärmedämmung. Letztere haben einen doppelten Effekt: Signalverstärker im Zug werden überflüssig und es muss weniger geheizt und klimatisiert werden, was die Energieeffizienz spürbar verbessert. Bei den DTZ werden zudem Notausstiegsfenster und Schaumlöscher nachgerüstet, bei den Regio-Dosto unter anderem das WC-System angepasst und das energieoptimierte Abstellen umgesetzt. Die Arbeiten laufen schrittweise im Werk Olten. Ergänzend erneuert die SBB für rund 68 Millionen Franken auch die 24 IR-Dosto des Fernverkehrs, die technisch zur gleichen Fahrzeugfamilie gehören, der erste Prototyp verkehrt ab Winter 2027.
Der eigentliche Kern des Programms ist die Lebensdauerverlängerung: Beide Flotten waren ursprünglich auf 25 Jahre Nutzungsdauer ausgelegt, mit der Erneuerung streckt die SBB den Einsatz auf 32 Jahre. Die DTZ werden damit erst Ende der 2030er-Jahre ersetzt, die Regio-Dosto in den 2040ern, während die erste S-Bahn-Generation bekanntlich in den 2030er-Jahren neuen Zügen von Siemens weicht. Statt teurer Komplett-Neubeschaffung wird der Bestand also aufgewertet, parallel zur laufenden Neufahrzeug-Pipeline. Wie gut beides nebeneinander funktioniert, haben die SBB erst vergangene Woche gezeigt, als Stadler den letzten der 60 neuen Interregio-Doppelstockzüge RABe 512 pünktlich ablieferte. Insgesamt investiert man nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren jährlich rund eine Milliarde Franken in neue und modernisierte Züge.
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Zuerst erschienen im BahnBrief vom 13. Oktober 2026.