ÖBB kaufen den Bahnhof Wien Mitte zurück

Nach mehr als 20 Jahren kehrt einer der wichtigsten Verkehrsknoten Österreichs zur Bahn zurück: Der Aufsichtsrat der ÖBB-Infrastruktur AG hat dem Rückkauf des Bahnhofskomplexes Wien Mitte zugestimmt. Verkäufer ist eine Investorengruppe unter Führung von Morgan Stanley Real Estate Investing, die Übernahme umfasst neben dem Bahnhof auch das Shoppingcenter The Mall und die Büroflächen über den Gleisen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, laut Medienberichten liegt er über 600 Millionen Euro, womit es sich um eine der größten Immobilientransaktionen handeln dürfte, die Wien je gesehen hat. Der Vollzug ist nach Freigabe durch die Wettbewerbsbehörde für Ende Dezember vorgesehen.
Die Liegenschaft war 2005 an die damalige Bank Austria Creditanstalt-Gruppe verkauft worden. Wien Mitte ist gemessen an den Fahrgästen der viertgrößte Bahnhof Österreichs, täglich steigen hier rund 75.000 Menschen ein, aus oder um, fast 600 Züge halten am Standort. Der eigentliche Grund für den Rückkauf liegt in der baulichen Verzahnung: Bahnanlagen und Gebäude sind technisch eng miteinander verbunden, jede Anpassung an Zugängen, Stiegen, Belüftung oder Leitungen musste bisher mit den Eigentümern abgestimmt werden. Mit dem Rückkauf können die ÖBB die Entwicklung des Standorts künftig aus einer Hand steuern. Das verschafft Handlungsspielraum für die kommenden Jahrzehnte, in denen die S-Bahn-Stammstrecke deutlich mehr Züge aufnehmen soll. Für die bestehenden Mieter ändert sich laut ÖBB nichts, die Verträge laufen unverändert weiter.
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Zuerst erschienen im BahnBrief vom 13. Oktober 2026.