Korridorsanierungen neu aufgestellt: Nur noch 13 statt 21 Projekte bis 2031

Das Bundesministerium für Verkehr und die DB InfraGO haben am Freitag das Konzept der Korridorsanierungen grundlegend überarbeitet. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und DB-Chefin Evelyn Palla stellten in Berlin einen 5-Punkte-Plan vor, der für den Zeitraum 2027 bis 2031 nur noch 13 statt der bisher vorgesehenen 21 Korridorsanierungen vorsieht. Pro Jahr sollen künftig nur noch zwei Strecken erneuert werden.
Wichtig dabei: Gestrichen wird laut BMV und DB InfraGO kein einziges Projekt, die übrigen Korridore werden lediglich nach hinten verschoben. Der 5-Punkte-Plan umfasst neben der Priorisierung eine realistischere Bau- und Fahrplanung, intensiver vorbereitete und stabilere Umleitungsstrecken, ein neues Drei-Phasen-Modell aus Vor-, Haupt- und Nachlaufphase für verlässlichere Inbetriebnahmen sowie die konsequente Einhaltung des Sanierungsversprechens. Bemerkenswert ist zudem die Festlegung, dass bei Korridorsanierungen künftig grundsätzlich ETCS vorbereitet und verbaut werden soll. Genau das Fehlen moderner Leit- und Sicherungstechnik war einer der zentralen Kritikpunkte an den bisherigen Sanierungen, etwa bei Hagen über Wuppertal nach Köln, wo die Stellwerkstechnik komplett ausgeklammert worden war.
Damit zieht die neue Führungsspitze die Konsequenz aus einem Jahr voller Probleme: Hamburg nach Berlin endete verspätet, Nürnberg nach Regensburg brauchte drei Wochen länger, und die Inbetriebnahmen der laufenden Korridore Obertraubling nach Passau sowie Troisdorf nach Wiesbaden Mitte Dezember werden bereits nach dem neuen Modell vorbereitet. Kritik kommt dennoch von Verbänden: Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und weitere Stimmen warnen, dass die Streckung langfristig auf doppelte Kosten hinauslaufe, wenn der Bund jetzt kurzfristig spare, denn nicht sanierte Strecken müssen aufwendig weiter unterhalten werden.
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Zuerst erschienen im BahnBrief vom 13. Oktober 2026.