ÖBB investieren 2,6 Mrd. Euro in Digitale Stellwerke

Die ÖBB-Infrastruktur AG will ihre Stellwerke langfristig allesamt auf digitale Stellwerkstechnik umrüsten. Dazu hat sie nun eines der größten Vergabeverfahren der vergangenen Jahrzehnte durchgeführt und vergangene Woche abgeschlossen. Siemens Mobility und Hitachi erhielten den Zuschlag für einen 2,6 Milliarden Euro schweren Auftrag für die Entwicklung und den Betrieb der neuen digitalen Stellwerke (DSTW).
Die DSTWs gelten als Weiterentwicklung des elektronischen Stellwerks (ESTW). Dort wird nach wie vor mit umfangreichen (Kupfer-)Verkabelungen zwischen und zu den einzelnen Infrastrukturkomponenten mit zentraler Rechnertechnik gearbeitet, während DSTWs netzwerkbasierte Architekturen und nur mehr Daten-Verkabelung aufweist. Auch die spätere Integration von ETCS und die Ergänzungen von Anlagenteilen ist bei DSTWs erleichtert möglich. Die ÖBB sagen selber, die neue Technologie solle die Kapazität des Netzes erhöhen, die Zuverlässigkeit verbessern und gleichzeitig hohe Standards bei der Cybersicherheit gewährleisten.
Siemens Mobility und Hitachi sind nun nicht nur für die sicherheitskritischen Steuerungssysteme innerhalb der Stellwerke, sondern auch die technische Infrastruktur im Streckenbereich verantwortlich. Zehn Jahre läuft der Rahmenvertrag, wobei Wartung und technischer Support dann über 25 Jahre inkludiert sind. Das erste Pilotprojekt soll Ende 2030 in Betrieb gehen, wobei nach einer erfolgreichen Testphase der flächendeckende Ausbau geplant ist. Langfristig sollen dann alle bestehenden Stellwerke in Österreich durch digitale Systeme ersetzt werden.
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Zuerst erschienen im BahnBrief vom 28. September 2026.