Nahverkehrs-Kürzungen werden real
- Leo Express stellt Verbindung Frankfurt–Prag–Przemyśl wieder ein
- Wunderline Leer–Groningen nach elf Jahren wiedereröffnet
- Trassenpreise 2027 steigen um ca. 8 %: Erste Abbestellungen real
- 200 neue Autotransport-Wagen für die Rail Cargo Group
- Nachbesserungen beim Ersatzkonzept Generalsanierung Berlin–Hannover
- Alle IR-Dostos für die SBB ausgeliefert
- Nox Mobility-Gründer im Interview: Thibault Constant über seine Pläne für neue Nachtzüge

Leo Express stellt Verbindung Frankfurt–Prag–Przemyśl wieder ein
Drei Monate war die Verbindung zwischen Frankfurt, Leipzig, Dresden, Prag, Krakau und Przemyśl von Leo Express nun in Betrieb. Und jetzt ist wieder Schluss: das private tschechische Unternehmen hat vergangene Woche kurzfristig kommuniziert, die Verbindung ab 5.10. (also gestern) einzustellen. Auf der Website heißt es, die Einstellung resultiere aus anhaltenden Bauarbeiten und weiterer geplanter Streckensperrungen im deutschen Schienennetz, die die Stabilität des Fahrplans und den Betrieb der täglichen Verbindungen erheblich beeinträchtigen würden. Ein Betrieb mit täglich wechselnden Fahrplänen, Streckensperrungen und Umleitungen sei langfristig nicht aufrechtzuerhalten. Zumindest in diesem Jahr solle der Betrieb nicht fortgeführt werden – Es würden aber Gespräche über künftige Fahrplanlagen mit der DB stattfinden. Fahrgäste, die bereits ein Ticket für eine geplante Reise hätten, seien laut Leo Express bereits entschädigt worden sein.
Deutschland

Wunderline Leer–Groningen nach elf Jahren wiedereröffnet
Von Deutschland in die Niederlande kann man per Bahn prima reisen, wenn man etwa zwischen Frankfurt, Köln, dem Ruhrgebiet und Amsterdam oder Berlin und Amsterdam unterwegs ist. Auch in Rotterdam und Utrecht hält der ICE. Perspektivisch soll auch ein weiterer niederländischer Intercity bis ins Ruhrgebiet verkehren. Auch eine Reihe an Regionalzügen quert die Grenze an mehren Stellen in NRW sowie bei Bad Bentheim in Niedersachsen. Nördlich davon, war das nun aber seit rund elf Jahren nicht mehr möglich: Ein Schiffskollision hatte die Friesenbrücke über die Ems bei Weener im Jahr 2015 zerstört, dessen Wiederaufbau bis jetzt gedauert hatte. Die sogenannte Wunderline zwischen dem ostfriesischen Leer und Groningen in den Niederlanden war seitdem nicht mehr befahrbar.

Trassenpreise 2027 steigen um ca. 8 %: Erste Abbestellungen real
Das Thema Trassenpreise ist mittlerweile ein leidiges in Deutschland. Noch immer gibt es keine Anzeichen einer nahenden Reform des Systems seitens des Bundes, wie sie seit Monaten gefordert wird. Anfang des Jahres war die deutsche Trassenpreisbremse für den Schienenpersonennahverkehr durch ein europäisches Gericht gekippt worden; seitdem gibt es Befürchtungen, dass gerade in den kommenden Jahren überproportionale Steigerungen der Trassenpreise, eben vor allem für den SPNV, zu Angebotskürzungen führen. Und so, wie es aussieht, sind die Befürchtungen real: Denn nachdem die Bundesnetzagentur als Regulierungsbehörde den eigentlich durch die DB InfraGO beantragten Umfang der Trassenpreise für 2027 nicht genehmigt, sondern mit einer geringeren Obergrenze gedeckelt hatte, klagte die InfraGO – wir berichteten. Das Verwaltungsgericht Köln hat ebendieser Klage nun stattgegeben und das Volumen gar erhöht: Angemeldet hatte die DB ursprünglich 7,55 Milliarden Euro Einnahmen aus den Trassenpreisen in 2027, die BNetzA schließlich 7,3 Milliarden genehmigt. Nach der VG-Köln-Entscheidung dürfe die Bahn jetzt sogar 8,2 Milliarden umlegen.
Österreich

200 neue Autotransport-Wagen für die Rail Cargo Group
Autozüge im klassischen Sinne gibt es bekanntlich nicht mehr viele in Europa, Solche, bei denen die Autos als Neuwagen quer über den Kontinent verschoben werden, hingegen schon. Rund 60 % aller Neufahrzeuge in Europa werden per Bahn befördert und auch die ÖBB Rail Cargo Group transportiert jährlich rund eine Million Fahrzeuge. Auch rund 600.000 Tonnen Komponenten wie Motoren, Batterien, Karosserien und Türen für mehr als 20 internationale Standorte werden jährlich bewegt. Das soll auch so weitergehen und so hat die RCG nun 200 neue Autotransportwagen der Gattung „Laaers 4371“ beschafft. In einer ersten Tranche werden 70 Wagen in Betrieb genommen, weitere 130 sollen dann 2027 folgen. Die doppelstöckigen, in der Slowakei produzierten Wagen sind speziell auf die Anforderungen moderner Fahrzeugflotten, insbesondere von Elektrofahrzeugen und SUVs, ausgelegt. Mit einer Ladelänge von jeweils 30,07 Metern schaffen sie zusätzliche Kapazitäten für Fahrzeugimporte, -exporte und Produktionsspitzen.

Nachbesserungen beim Ersatzkonzept Generalsanierung Berlin–Hannover
Seit dem 2. Oktober ist die Schnellfahrstrecke von Lehrte bei Hannover bis Berlin-Spandau zwecks Korridor- bzw. Generalsanierung dicht. Und zwar für einen, auch im Vergleich zu den anderen bislang und noch geplanten Sanierungen, langen Zeitraum von 14 Monaten bis Dezember 2027. Betrachtet man die konkreten Maßnahmen, so sind die umfassend notwendigen Bautätigkeiten vor allem auf den Zustand der Festen Fahrbahn zurückzuführen. Als die Strecke in den 90er-Jahren mit der Technik ausgestattet wurde, lief die technische Entwicklung sowie jene am Bauprozess noch auf Hochtouren und so wurden verschiedene Typen von verschiedenen Baufirmen umgesetzt. Vor allem auf zwei Abschnitten, zwischen Gardelegen und Stendal sowie Schönhausen und Rathenow, ist der bauliche Zustand der rund 30 Jahre alten Infrastruktur schlecht. Hier steht eine Kompletterneuerung durch die modernere Feste Fahrbahn „Rheda 2000“ an.
Schweiz

Alle IR-Dostos für die SBB ausgeliefert
Seit Mitte 2023 sind die ersten Interregio-KISS-Doppelstockzüge von Stadler für die SBB im Fahrgasteinsatz. Vergangene Woche (2.10.) ist nun mit der 60. die letzte der als RABe 512 bezeichneten Einheiten an die SBB übergeben worden und das Projekt erfolgreich und pünktlich abgeschlossen, was im Anbetracht der Corona-Pandemie und einer Überschwemmung des Werkes eines wichtigen Aluminium-Zulieferers als durchaus beachtenswert bezeichnen lässt. Die Züge verkehren vor allem im Raum Zürich, im Schweizer Mittelland sowie in der Westschweiz und haben seit ihrer Inbetriebnahme schon mehr als 23 Millionen Kilometer zurückgelegt. 41 Fahrzeuge hatten Altfahrzeuge ersetzt; 19 wurden für Angebotsausbauten in der Westschweiz genutzt.
Deutschland

Nox Mobility-Gründer im Interview: Thibault Constant über seine Pläne für neue Nachtzüge
Ab März 2027 sollen sie fahren: Die ersten umgebauten Nachtzug-Wagen des Startups NOX zwischen Hamburg und München. 100 Städte sollen perspektivisch bis 2035 an das Streckennetz des neuen Unternehmens angeschlossen werden. Gegründet wurde NOX erst Mitte 2025 von Thibault Constant (französischer Bahn-Influencer, Simply Railway) Jannek Smalla (der früher FlixTrain mit aufgebaut hat) und Fintech-Unternehmer Arthur Hasselbach. Nun hat man auf der Eisenbahn-Messe InnoTrans den ersten teilweise umgebauten Wagen mit den NOX Suites gezeigt. Wir haben mit Thibault Constant über das Konzept und die Pläne zum Betriebsstart gesprochen - und wie hoch die Chance ist, dass man tatsächlich im März 2027 mit den Liege-Sitzen im regulären Betrieb startet.
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