Infrastruktur

Wunderline Leer–Groningen nach elf Jahren wiedereröffnet

Die neue Friesenbrücke über die Ems noch im Bau

Von Deutschland in die Niederlande kann man per Bahn prima reisen – wenn man etwa zwischen Frankfurt, Köln, dem Ruhrgebiet und Amsterdam oder Berlin und Amsterdam unterwegs ist. Auch in Rotterdam und Utrecht hält der ICE. Perspektivisch soll auch ein weiterer niederländischer Intercity bis ins Ruhrgebiet verkehren. Auch eine Reihe an Regionalzügen quert die Grenze an mehren Stellen in NRW sowie bei Bad Bentheim in Niedersachsen. Nördlich davon, war das nun aber seit rund elf Jahren nicht mehr möglich: Ein Schiffskollision hatte die Friesenbrücke über die Ems bei Weener im Jahr 2015 zerstört, dessen Wiederaufbau bis jetzt gedauert hatte. Die sogenannte Wunderline zwischen dem ostfriesischen Leer und Groningen in den Niederlanden war seitdem nicht mehr befahrbar.

Seit gestern (5.10.) queren Regionalzüge nun wieder die Ems. Und zwar auf einer brandneuen Friesenbrücke, die zugleich die größte Hub-Dreh-Brücke Europas ist. Die Ems ist schließlich eine wichtige Wasserstraße, wobei die Brücke eben bei entsprechendem Verkehr geöffnet, bzw. gedreht werden kann. Zugleich ging auch der erste Abschnitt des Ausbauprojekts Wunderlinie in Betrieb, bei dem auf deutscher Seite 18 Kilometer Gleis erneuert wurden und nun eine höhere Geschwindigkeit gefahren werden kann. Auch auf niederländischer Seite wurde ausgebaut. Die Fahrzeit zwischen Groningen und Leer und weiter bis Bremen beträgt nun 2:30 Stunden, wobei durch eine zweite Ausbaustufe mit zweigleisigen Teilstücken eine weitere Viertelstunde gewonnen werden soll. Momentan ist zudem ein zusätzlicher Umstieg in Winschoten auf der niederländischen Seite erforderlich – zumindest unter der Woche. Die Niederländischen Bahnen wollen mittelfristig auch Fernverkehrsverbindungen auf der Relation anbieten.

Allein die neue Brücke hat rund 200 Millionen Euro gekostet, der weitere Ausbau auf der deutschen Seite etwa 250 Millionen.

Land: DeutschlandLand: NiederlandeTyp: StörungTyp: BrückeTyp: Streckenausbau

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 6. Oktober 2026.