200 neue Autotransport-Wagen für die Rail Cargo Group

Autozüge im klassischen Sinne gibt es bekanntlich nicht mehr viele in Europa – Solche, bei denen die Autos als Neuwagen quer über den Kontinent verschoben werden, hingegen schon. Rund 60 % aller Neufahrzeuge in Europa werden per Bahn befördert und auch die ÖBB Rail Cargo Group transportiert jährlich rund eine Million Fahrzeuge. Auch rund 600.000 Tonnen Komponenten wie Motoren, Batterien, Karosserien und Türen für mehr als 20 internationale Standorte werden jährlich bewegt.
Das soll auch so weitergehen und so hat die RCG nun 200 neue Autotransportwagen der Gattung „Laaers 4371“ beschafft. In einer ersten Tranche werden 70 Wagen in Betrieb genommen, weitere 130 sollen dann 2027 folgen. Die doppelstöckigen, in der Slowakei produzierten Wagen sind speziell auf die Anforderungen moderner Fahrzeugflotten, insbesondere von Elektrofahrzeugen und SUVs, ausgelegt. Mit einer Ladelänge von jeweils 30,07 Metern schaffen sie zusätzliche Kapazitäten für Fahrzeugimporte, -exporte und Produktionsspitzen.
Nach Angaben der RCG sei der Bedarf an leistungsfähigen Schienenlogistiklösungen zuletzt gestiegen: Größere und schwerere Fahrzeuge sowie der Wunsch nach resilienteren Lieferketten seien ausschlaggebend. Die neuen Wagen sollen jetzt mehr Flexibilität bei kurzfristigen Marktanforderungen und saisonalen Schwankungen ermöglichen.
256 Fahrzeuge kann ein einzelner Autozug aufnehmen und dadurch bis zur 37 Lkw-Fahrten ersetzen. Nach eigenen Angaben der RCG wolle man vor allem den Hinterlandverkehr zum Hafen Rijeka bespielen, welcher seit August 2026 Ankunftshafen für Neufahrzeuge aus Asien ist.
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Zuerst erschienen im BahnBrief vom 6. Oktober 2026.