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TSA eröffnet Stanzzentrum in Wiener Neudorf und fertigt Elektrobleche nun zu 100 % selbst

TSA eröffnet Stanzzentrum in Wiener Neudorf und fertigt Elektrobleche nun zu 100 % selbst

Wer mit diversen Zügen in ganz Europa fährt, ist oft auch mit Technik aus dem niederösterreichischen Wiener Neudorf unterwegs. Dort sitzt Traktionssysteme Austria, kurz TSA. Vergangenen Donnerstag hat der Antriebshersteller ein neues Stanzzentrum eröffnet, das sogenannte Werk 3a. Investiert wurden rund 9,5 Millionen Euro.

Gestanzt werden dort Elektrobleche. Das sind dünne Blechlamellen, die übereinandergestapelt den Kern von Stator und Rotor bilden. Sie sind also das Herzstück jedes Fahrmotors. Bisher hat TSA nur 20 bis 25 Prozent davon selbst gefertigt. Künftig soll der gesamte Bedarf im eigenen Haus entstehen. Die volle Produktionskapazität von fünf Millionen Blechen pro Jahr gibt es allerdings erst mit einer zweiten Stanzmaschine, die 2027 dazukommt.

Beim Start ist man dafür schneller als geplant: Beim Spatenstich vor knapp einem Jahr hieß es noch, die Produktion beginne 2027. Jetzt geht es bereits im 4. Quartal 2026 los. Weil Transporte wegfallen, spart TSA nach eigenen Angaben jährlich rund 200.000 Lkw-Kilometer und etwa 200 Tonnen CO₂.

Die Wurzeln des Werks reichen zurück zu Brown Boveri. Im Jahr 2000 kaufte das Management den Standort aus dem ABB-Konzern heraus. Das Unternehmen gehört anteilsmäßig der PCS Holding von Stadler-Großaktionär Peter Spuhler, dem deutschen Voith-Konzern und Geschäftsführer Robert Tencl. Spuhler war bei der Eröffnung persönlich vor Ort. Die Nähe zu Stadler zeigt sich auch im Auftragsbuch: Erst im Juni hat TSA den Auftrag für 120 Motoren für 20 Citylink-Tram-Trains der Schiene Oberösterreich erhalten. TSA fertigt aber auch Antriebe für diverse andere Hersteller sowie auch Elektromotoren für die Straße. Elektrobusse mit TSA-Motoren sind, unter anderem, unterwegs in Österreich und in Polen.

Bis 2030 soll die Belegschaft am Standort von rund 450 auf 550 Beschäftigte wachsen. Die Auftragsbücher sind voll, erste Bestellungen reichen laut TSA sogar bis 2033. Bis dahin besteht die TSA-City aus vier Produktionshallen, die in unmittelbarer Umgebung des Hauptstandorts in der Brown-Boveri-Straße 1 in Wiener Neudorf liegen.

Zur Website von traktionssysteme.at

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 19. Oktober 2026.