Infrastruktur

Baden-Württemberg priorisiert Reaktivierungsvorhaben neu

Die Hermann-Hesse-Bahn wurde bereits reaktiviert.

Die Hermann-Hesse-Bahn in Baden-Württemberg, Anfang des Jahres nach Jahrzehnten wieder in Betrieb gegangen, ist ein voller Erfolg – und soll Vorbild für noch viel mehr Strecken im Land werden. Das war zumindest der Plan bis jetzt. Nun hat das baden-württembergische Verkehrsministerium angekündigt, zunächst zwölf bzw. abseits der Hermann-Hesse-Bahn elf Projekte in den nächsten Jahren weiterzuverfolgen und die restlichen, aktuell elf vakanten Projekte bzw. Ideen zunächst zurückzustellen.

Baden-Württembergs neue Verkehrsministerin Razavi beruft sich auf die seit Jahren zu geringen Regionalisierungsmittel, welche zur Finanzierung des SPNV eben erforderlich seien. Mit Blick auf die Trassenpreiserhöhungen für dieses und nächstes Jahr sind umfangreiche Erweiterungen nicht tragbar. Bei dieser Argumentation stimmen überdies mittlerweile die meisten Bundesländer zu.

Zu den weiter verfolgten Projekten in Baden-Württemberg zählen jedenfalls erstmal die Verlängerung der Stuttgarter S2 von Bernhausen nach Neuhausen, die Untere Wutachtalbahn, die Talgangbahn im Zuge der RegioStadtbahn NeckarAlb, Zabergäubahn, Kochertalbahn, zwei Projekte um Reutlingen, die Strecke von Ludwigsburg nach Markgröningen, eine erste Etappe der Ablachtalbahn, die Kandertal- und die Krebsbachtalbahn. Insgesamt elf Projekte sind nun eben zunächst zurückgestellt und sollen dann in fünf Jahren neu evaluiert und im Lichte dann verfügbarer Geldmittel bewertet werden. Dazu zählt auch die Strecke von Breisach ins französische Colmar, für das als einzige die Option offen gehalten wird, gegebenenfalls doch noch eine Aufnahme in die erste Tranche vorzunehmen.

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 19. Oktober 2026.