Infrastruktur

Reaktivierung der Ostfriesischen Küstenbahn könnte kommen

Streckenkarte Ostfrieslands mit den Bestandsstrecken (blau) und des neu zu bauenden Teilstücks der Ostfriesischen Küstenbahn (rot).

Ostfriesland ist beliebtes Urlaubsziel für viele Menschen in Westdeutschland. Per Fernverkehr kann man sogar über Emden bis nach Norddeich gelangen, etwa von NRW aus. Im Regionalverkehr geht es am Jadebusen bis nach Wilhelmshaven und mit der RB59 weiter über Jever bis nach Esens in Ostfriesland. Die Küstenorte selber haben derzeit keine Bahnanbindung, was sich in Zukunft aber ändern könnte.

Denn durch das Hinterland der Küstenorte führt die historische ostfriesische Küstenbahn: Von der Stadt Norden über Dornum bis Esens. Das Stück von dort bis Wittmund, Jever und Wilhelmshaven ist eben in Betrieb und wird derzeit stündlich bedient. Zwischen Esens und Dornum ist die Strecke jedoch 1986 stillgelegt, später sogar entwidmet und zurückgebaut worden. Von Norden bis Dornum ist immerhin eine Museumseisenbahn saisonal unterwegs.

Die Landkreise Aurich und Wittmund setzen sich jedenfalls seit vielen Jahren für eine Wiederinbetriebnahme für den regulären Personennahverkehr ein und haben dabei nun neuen Schub erhalten: Während erste Machbarkeitsuntersuchungen das Projekt wirtschaftlich an der Kippe sahen; urteilen Gutachter nun unter gewissen Voraussetzungen positiv. So könnte ein Wiederaufbau des stillgelegten Abschnitts inklusive eines gänzlich neuen Streckenastes nach Bensersiel und dessen Hafen für einen Nutzen-Kosten-Faktor von 1,11 sorgen. Etwa 100 Millionen Euro müssten investiert werden – Stündlich würden dann die RB59 von Wilhelmshaven und Esens sowie eine Linie aus Norden bzw. Emden kommend bis Bensersiel mit Anschluss an die Fähren verkehren.

Auch, wenn es sicherlich noch ein langer Weg zu einer möglichen Inbetriebnahme ist, scheint das Projekt jetzt wieder realistischer. Eine mögliche Förderfähigkeit ist nun nämlich gegeben.

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 19. Oktober 2026.