Personenverkehr

Nightjet-Vorverkauf 2027 gestartet: 360 Tage Vorlauf und LUNA-Comeback

Einzelabteil im neuen ÖBB-Nightjet  LUNA Wagen mit frisch bezogenem Bett, orangefarbener Decke, Nightjet-Kissen und Steckdose an der Kabinenwand.

Die ÖBB haben den Vorverkauf für Nightjet-Reisen im Fahrplanjahr 2027 gestartet, rund sechs Wochen früher als bisher üblich. Gleichzeitig wurde die Vorverkaufsfrist von 180 auf 360 Tage verlängert, Nachtzugreisen lassen sich damit erstmals ein ganzes Jahr im Voraus buchen.

Die Fahrplandaten der Nightjets sind bereits in der ÖBB-APP abrufbar und buchbar. Der frühere Vorverkaufsstart und die erweiterte Buchungsfrist gelten ausschließlich für direkte Nightjet-Verbindungen, Tickets für EuroNight-Verbindungen sowie Zubringer- und Anschlussverbindungen folgen im Herbst.

Laut Buchungswebseite kommt es im Fahrplanjahr 2027 aufgrund von Bauarbeiten bei gleich vier Italien-Verbindungen zu Einschränkungen. Der Nightjet Wien nach Rom fährt von Anfang Mai bis Ende August nur von und nach Bologna, die Halte Florenz und Rom entfallen. Die Verbindung München nach Rom fällt von Anfang Februar bis Anfang Mai komplett aus und verkehrt anschließend bis Ende August ebenfalls nur bis Bologna. Der Nightjet Wien nach Venedig kann von Ende Mai bis Mitte Juli gar nicht angeboten werden, die Verbindung Stuttgart nach Venedig entfällt sogar von Anfang Februar bis Mitte Juli. Wer 2027 mit dem Nachtzug nach Italien will, sollte die Reisedaten also sehr genau prüfen: Vor allem im Frühjahr und Frühsommer ist das Italien-Angebot massiv ausgedünnt.

LUNA-Comeback auf dem Berliner

In den frisch buchbaren Fahrplandaten zeigt sich zudem eine interessante Flottenverschiebung: Die modernisierten LUNA-Multifunktions-Liegewagen sollen ab dem Fahrplanwechsel auf dem Nightjet nach Berlin zum Einsatz kommen, die entsprechenden Comfort-Stufen sind in den Buchungsdaten bereits hinterlegt. Der Berliner Nightjet wird künftig zudem nicht mehr in Graz starten, sondern neu ab Wien Westbahnhof geführt.

Die LUNA-Wagen, upgegradete Bestandswagen mit Vierbettabteilen in neuem Design, Fahrradbereich und barrierefreiem Abteil, sind bislang ausschließlich in Österreich, Deutschland und der Schweiz unterwegs. Ein Blick in die aktuellen Wagenkompositionen zeigt: Der einsatzfähige Bestand umfasst rund ein Dutzend Wagen, davon ist derzeit etwa die Hälfte abgestellt. Der Grund: Die Nightjet-Garnituren der neuen Generation haben die LUNA-Wagen von den meisten Umläufen verdrängt, sie fahren nur noch auf wenigen Verbindungen. Wie viele Wagen tatsächlich verfügbar herumstehen, zeigt sich immer dann, wenn eine Garnitur der neuen Generation zwischen Wien und Bregenz ausfällt: Der Ersatzzug ist, sofern einer gestellt wird, gleich mit vier bis fünf LUNA-Wagen unterwegs.

Da der Berliner über Tschechien verkehrt, deutet der geplante Einsatz darauf hin, dass die ÖBB die LUNA-Wagen künftig auch dort einsetzen wollen. Aus Sicht der bahnblick-Redaktion ist das ein sehr sinnvoller Schritt: Statt modernisierte Wagen abgestellt herumstehen zu lassen, kommen sie dort zum Einsatz, wo die neuen Garnituren noch nicht hinkommen. Die Investition in das Upgrade-Programm wird damit endlich wieder besser genutzt.

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Zuerst erschienen im BahnBrief vom 14. September 2026.