BahnBrief vom 31. August 2026

Railjet 2 bekommt neue Länder Zulassung

Railjet 2 der ÖBB in fünf weiteren Ländern zugelassen

Der Railjet 2 der ÖBB darf seit dem 19. August 2026 auch in Kroatien, Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Slowenien fahren. Damit ist die Siemens-Viaggio-N-Flotte der ÖBB nun in acht europäischen Ländern zugelassen, zusätzlich zu den bisherigen Freigaben für Deutschland, Österreich und Italien. Betroffen sind die sechs Viaggio-N-Wagentypen des Railjet 2. Die neuen Nightjet-2-Wagen sind in dieser Zulassung ausdrücklich nicht enthalten und benötigen einen separaten Prozess. Bemerkenswert ist eine Einschränkung beim Steuerwagen Bfmpz: Zwar ist er in allen fünf neuen Ländern zugelassen, allerdings ausschließlich als Endwagen ohne aktive Steuerwagenfunktion. Der Zug kann also nicht aus dem Führerstand des Steuerwagens gefahren werden, für den klassischen Wendezugbetrieb fehlt damit noch der letzte Schritt. Hinzu kommen länderspezifische Auflagen, in Tschechien etwa eine Zuglängen-Begrenzung auf 4 bis 9 Wagen, in den übrigen neuen Ländern 4 bis 14 Wagen.

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DB investiert 210 Millionen Euro in Sauberkeit bis 2030

Die Deutsche Bahn hat Ende August eine Investitionsoffensive vorgestellt, die bis 2030 insgesamt 210 Millionen Euro in Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen und in den Zügen fließen lassen soll. DB-Chefin Evelyn Palla nannte als Kernziel, dass saubere Züge und Bahnhöfe künftig die Regel und nicht mehr die Ausnahme sein sollen. Operativer Schwerpunkt sind die Bordtoiletten. Die Zahl der spezialisierten Reinigungskräfte wurde auf 220 verdoppelt, pro Woche werden rund 52.000 Bordtoiletten gereinigt, die Störungshäufigkeit ist laut DB bereits um 25 Prozent gesunken. Ergänzend sind 44 mobile Handwerkerteams im Einsatz, im ICE- und IC-Werk Berlin-Rummelsburg wird das Rollmaterial zusätzlich einer Handreinigung von bis zu zehn Stunden pro Zug unterzogen. Weiterlesen

84 Millionen Euro mehr für den deutschen Einzelwagenverkehr

Das Bundesministerium für Verkehr in Berlin hat gemeinsam mit dem Bundesfinanzministerium die Förderrichtlinie für den Schienengüter-Einzelwagenverkehr in Deutschland um bis zu 84 Millionen Euro aufgestockt. Ziel ist die Sicherung der Bahnlogistik in der Fläche sowie zusätzliche Verkehrsverlagerungen von der Straße auf die Schiene. Die Förderrichtlinie steht Güterbahnen sowohl auf dem bundeseigenen als auch dem nicht-bundeseigenen Schienennetz offen. Aus branchenlicher Sicht ist die Aufstockung ein deutlich sichtbares erstes Signal des neuen Bundesverkehrsministers Steffen Bilger, der sein Amt Ende Juli angetreten hat. Der Einzelwagenverkehr gilt seit Jahren als eines der strukturell schwierigsten Segmente im europäischen Schienengüterverkehr, verkehrspolitisch aber als zentral für das Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. Für die deutschen Güterbahnen, allen voran DB Cargo, ist die Verstärkung ein wichtiger operativer Rückenwind.

European Sleeper fährt ab April 2028 nach Skandinavien

Der niederländisch-belgische Open-Access-Anbieter European Sleeper hat am 25. August seine erste Nachtzugverbindung nach Skandinavien angekündigt. Ab April 2028 soll der Zug Brüssel und Amsterdam mit Kopenhagen und Malmö verbinden. Nach den bestehenden Strecken Brüssel nach Berlin und Brüssel nach Prag sowie den für 2026 startenden Verbindungen Brüssel nach Mailand (Betriebsbeginn 9. September 2026) und der für 2028 geplanten Verbindung Brüssel nach Barcelona ist Skandinavien der nächste Expansionsschritt. European Sleeper realisiert die Verbindung gemeinsam mit der deutschen RDC-Gruppe, die für ihre Erfahrung im Nachtzugverkehr zwischen Deutschland und Skandinavien bekannt ist (Alpen-Sylt Nachtexpress, Autozug Sylt). Angeboten werden Sitzplätze, Liegewagen und Schlafabteile, laut Ankündigung werden auch Luxus-Schlafabteile mit Doppelbett und eigenem Bad geprüft. Damit positioniert sich European Sleeper zunehmend als Premium-Konkurrenz zum ÖBB Nightjet, aber weiterhin explizit im Open-Access-Segment und mit deutlich in die Jahre gekommenen Wagen.

Stadler mit Umsatzsprung von 40 Prozent im ersten Halbjahr

Der Schweizer Zughersteller Stadler hat am 26. August die Halbjahreszahlen 2026 vorgelegt. Der Umsatz stieg um rund 40 Prozent auf 2,0 Milliarden Franken, gegenüber 1,4 Milliarden Franken im ersten Halbjahr 2025. Das EBIT hat sich mehr als verdoppelt, von 36,9 auf 79,5 Millionen Franken, die EBIT-Marge stieg von 2,6 auf 4,0 Prozent. Die Jahresprognose bleibt unverändert. Auffällig ist der Kontrast zwischen operativer Verbesserung und Nettoergebnis. Der Reingewinn legte lediglich um 0,3 Millionen Franken auf 31,2 Millionen Franken zu. Währungseffekte und höhere Kosten haben den Großteil der operativen Gewinne aufgezehrt. Als Belastungsfaktor bleibt zudem der Nachhall der Überschwemmungen 2024 in Valencia, der Kosten und Lieferpläne noch bis 2027 beeinflussen wird.

Talent rollt am Wiener Hauptbahnhof in Güterzug

Am Wiener Hauptbahnhof hat sich in der vergangenen Woche ein bemerkenswerter Rangier-Zwischenfall ereignet: Ein Talent-Triebzug der ÖBB rollte über ein Halt zeigendes Verschubsignal und kollidierte mit einem fahrenden Güterzug. Die Vectron-Lokomotive des Güterzugs entgleiste dabei, der Güterzug blockierte anschließend den ganzen Tag über die Einfahrt zum Hauptbahnhof, mehrere Bahnsteige waren eingeschränkt erreichbar. Bemerkenswert ist, dass sich an nahezu identischer Stelle bereits vor rund acht Jahren ein sehr ähnlicher Unfall ereignet hat. Beide Male gab es einen glücklichen Ausgang, weil es sich um einen leeren Personenzug handelte. Der Zwischenfall betraf zudem eines von nur zwei Durchfahrtsgleisen am Wiener Hauptbahnhof, was die massiven betrieblichen Auswirkungen erklärt. Die ÖBB erklärten auf Anfrage, dass der Grund für den Unfall noch nicht geklärt sei.

BahnBrief Plus

Startet nächste Woche

Sneak Peek: Sebastian gibt Einblicke von der zweitägigen Reise mit dem neuen Verkehrsminister Steffen Bilger und hat sich angesehen, welche Bahn-Themen nun ganz oben auf der Agenda stehen.

PS: Wir werden euch hier künftig etwas mitnehmen. Wir haben die letzten Wochen hart an der neuen Website gearbeitet und gleichzeitig sind wir schon sehr gespannt auf die InnoTrans und können uns gar nicht entscheiden, wo wir zuerst hinwollen :D Alle Beiträge findest du auf bahnblick.eu.

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