Weitere Zurückstellungen im neuen ÖBB-Rahmenplan 2027-2032

Für den Bahnausbau in Österreich hat die Bundesregierung nun den neuen ÖBB‑Rahmenplan 2027–2032 mit einem Gesamtvolumen von 19,5 Milliarden Euro beschlossen. Noch der letzte Rahmenplan 2025–2030 hatte ein Volumen von 19,7 Milliarden Euro, sodass schnell klar wird: Konsolidierungsvorgaben und Sparmaßnahmen im Bundeshaushalt haben nach wie vor ihre Auswirkungen auf die Bahnbranche.
Das macht sich vor allem durch Verzögerungen von Ausbauprojekten bemerkbar. Bekannt ist bereits, dass die Flughafenspange zwischen Wien Flughafen und Bruck an der Leitha verzögert wird – von 2035 auf 2037. Festgehalten wird hingegen am Vollbetrieb des Brenner-Nordzulaufs (auf österreichischem Gebiet) bis 2039. Einige weitere Projekte wurden aber auch „neubewertet“, wie es heißt. 87% der bislang geplanten Projekte würden demnach planmäßig weiterverfolgt. Neu ist etwa auch, dass der geplante viergleisige Ausbau der Weststrecke zwischen Köstendorf und Salzburg erst 2046 statt 2044 fertig sein soll; die Modernisierung der Franz-Josefs-Bahn ein Jahr länger bis 2034 andauern wird und der selektive zweigleisige Ausbau der Phyrnbahn zwischen Nettingsdorf und Rohr-Bad Hall noch bis 2039 anstatt 2037 benötigt. Weitere Anpassungen gibt es unter anderem entlang der Regionalbahnen in der Steiermark und in Kärnten: Die Modernisierung der Ossiacherseebahn 2040 (statt 2036) fertig, die Elektrifizierung der Strecke Zeltweg – Pöls 2034 (statt 2027) und die Salzkammergutbahn wird schrittweise bis 2033 (statt 2030) modernisiert. Weitere Verzögerungen gibt es auch bei der Schleife Ebenfurth (2032 statt 2028) und dem viergleisigen Ausbau Meidling – Mödling (Inbetriebnahme 2037 statt 2035, der Viergleisigkeit zwischen Meidling – Liesing ab 2033). Für größere Kritik hat in den Medien bereits die Verschiebung zweier wichtiger Großprojekte für die Steiermark gesorgt: Denn neben einer Verzögerung beim neuen Bosrucktunnel soll auch die Linienverbesserung mittels neuer Tunnelkette am Pass Lueg erst 2039 statt 2037 soweit sein.
Bundesminister Hanke betont, dass der Rahmenplan trotz Sparmaßnahmen die Modernisierung des Schienennetzes sichert und auch weiterhin die Grundlage für ein zukunftsfähiges Bahnangebot schafft. Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass durch die Neubewertungen auch mehrere Vorhaben beschleunigt werden konnten. Der Ausbau der Nordbahn zwischen Wien Süßenbrunn und der Staatsgrenze wird nun bereits 2034 fertiggestellt. Auch die neue Puchbergbahn wird dank schnellerer Genehmigungen sechs Jahre früher in Betrieb gehen.
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 22. Juni 2026.