Infrastruktur

Weitere Abrufe aus Digitalisierungs-Volumenvertrag bei DB InfraGO

Das deutsche Schienennetz ist in weiten Teilen instandhaltungsbedürftig und vor allem beim Thema Digitalisierung stark im Rückstand. Um sich künftig angemessene Konditionen für moderne digitale Leit- und Sicherungstechnik zu sichern, hat die DB InfraGO bereits 2024 einen Volumenvertrag mit einem Konsortium aus vier Unternehmen der Industrie sowie Baubranche geschlossen: MerMec Deutschland GmbH, Hitachi Rail GTS Deutschland GmbH, Alstom sowie einer Bietergemeinschaft aus Siemens Mobility und Leonhard Weiss. Der Vertrag sieht einen Leistungsumfang von 6,3 Mrd. Euro bis 2028 bzw. 2032 vor.

Nachdem bereits 2025 Aufträge für den Alpen-Rhein-Korridor gezogen wurden, hat die DB InfraGO bereits vorletzte Woche den ersten Abruf für Stellwerkstechnik in Bayern gezogen: Und zwar für die Riesbahn zwischen Donauwörth und Nördlingen. Bis Ende der 2020er-Jahre wird hier ETCS eingebaut, womit die Strecke zudem fitter wird, um während der Korridorsanierung zwischen Augsburg und Ulm als Umleitungsstrecke zu fungieren. Hitachi Rail ist nun für die Planung und Realisierung verantwortlich. Als wichtiger europäischer Korridor profitiert nun auch die Skandinavien-Mittelmeer-Achse von einem weiteren Auftrag, der erst just letzte Woche (26.3.2026) erteilt wurde. Der 75 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Uelzen und Stelle wird mit ETCS ausgerüstet und erhält in Teilabschnitten neue Weichenantriebe und Stellwerke. Im Rahmen dieses Abrufs wird zudem die 55 Kilometer lange Strecke Lüneburg–Dannenberg mit ETCS ausgerüstet.

Die Veröffentlichung einer überarbeiteten gesamthaften ETCS-Strategie für Bundes- und Länderebenen inklusive einer Etappierung maßgeblicher Abschnitte sowie die Einrichtung einer Koordinierungsstelle beim Bund sind für dieses Jahr erwartet.

Land: DeutschlandHersteller: MerMecHersteller: HitachiHersteller: AlstomHersteller: SiemensTyp: ETCSTyp: StellwerkUnternehmen: DB InfraGOUnternehmen: Leonhard Weiss

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 30. März 2026.