Vorgezogene Totalsperre der Wiener S-Bahn-Stammstrecke nach Kabelbrand

Ab dem 7. September sollte die Wiener S-Bahn-Stammstrecke zwischen Praterstern und dem Hauptbahnhof bis Herbst 2027 gesperrt sein. Doch ein Zwischenfall in der vergangenen Woche hat den Betrieb jäh unterbrochen und die ÖBB dazu gezwungen, den Beginn der Sperre bereits vorzuziehen.
Ein Kabelbrand in einem Stellwerk beim Praterstern hat in den frühen Morgenstunden des vergangenen Donnerstags (13.8.) zu größeren Ausfällen gesorgt. Die ÖBB sagen selbst dass Brände in Stellwerken vorkommen können, nur seien dann normalerweise ein oder zwei Weichen betroffen, nicht aber eine solche Dimension. Obwohl ein Notfahrplan bereits ausgearbeitet war, herrschte in den ersten Tagen der Sperrung zunächst etwas Chaos. Anfangs war unklar, wie lange die Unterbrechung andauern würde, noch vor dem Wochenende kristallisierte sich aber heraus, dass die erforderlichen Arbeiten nicht innerhalb weniger Tage erledigt werden können. Zwischen Praterstern und Quartier Belvedere sowie Wien Mitte und Geiselbergstraße geht seither gar nichts mehr. Mit den aktuell noch laufenden geplanten Bauarbeiten im Rahmen des S-Bahn-Upgrade zwischen Floridsdorf und Praterstern bis 06. September ist somit aktuell nahezu die gesamte Wiener S-Bahn-Stammstrecke nicht nutzbar. Nach der Entscheidung, die ohnehin geplante Vollsperrung vorzuziehen, wurde die Sperre dann bis Wien Hbf erweitert, wo die S-Bahnen von Süden kommend enden. Die Flughafenschnellbahn S7 endet nach wie vor an der Geiselbergstraße und der City-Airport-Train fährt gar nicht. Es verkehren Schienenersatzbusse und ergänzende Angebote, etwa ein Zusatzbus von Wien Meidling zur U4 an der Längenfeldgasse. Zum Flughafen empfiehlt es sich, einen Fernverkehrszug ab Hauptbahnhof zu nutzen.
Rund 20 Kilometer Kabel müssen infolge des Brands nun erneuert werden, wobei die Brandursache nach wie vor unklar ist – Nur Vandalismus konnte bereits ausgeschlossen werden. Im Rahmen der Streckensperrung werden nun nicht nur diese 20 km Kabel getauscht, auch werden ohnehin aufwändige Arbeiten, etwa im Tunnelbereich und an Brückentragwerken für das S-Bahn-Upgrade durchgeführt. Auch das Zugsicherungssystem ETCS wird eingebaut. Diese Hauptarbeiten sollen sich durch den Brand nicht verzögern, betonen die ÖBB.
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 17. August 2026.