Infrastruktur

Tschechien startet Bahn-Ausbau Richtung Bayern

In Tschechien hat die Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Pilsen und der bayerischen Grenze bei Furth im Wald begonnen. Der erste Bauabschnitt umfasst eine 12,3 Kilometer lange Strecke zwischen Pilsen und der Gemeinde Chotěšov. Die Strecke wird elektrifiziert, zwei Bahnhöfe und ein Haltepunkt werden modernisiert, in Pilsen entsteht zudem ein neues Umspannwerk zur Stromversorgung schwerer Güterzüge. Außerdem wird ETCS installiert. Die Arbeiten sollen rund zwei Jahre dauern und kosten umgerechnet rund 18,5 Millionen Euro, ein Teil davon ist EU-gefördert.

Der politische Kontext ist hier mindestens so relevant wie der technische. Tschechiens Verkehrsminister Ivan Bednárik hat angekündigt, dass die Verbindung Pilsen–Domažlice (und damit weiter Richtung Furth im Wald) sowohl dem grenzüberschreitenden Fernverkehr nach Bayern als auch den regionalen Pendlerströmen dient. Im Zuge der Gespräche mit dem deutschen Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat Bednárik darüber hinaus bekannt gegeben, dass die Elektrifizierung der bayerischen Strecke Schwandorf–München mittlerweile im Bundesverkehrswegeplan verankert ist. Damit zeichnet sich erstmals eine durchgehende Elektrifizierungs-Perspektive auf der Achse Prag–Pilsen–Schwandorf–München ab, einem zentralen Element des EU-Korridors Rhein–Donau und einer der heute am schwächsten ausgebauten Hauptverbindungen zwischen Tschechien und Süddeutschland. Bis zur Fertigstellung der Gesamtstrecke wird es allerdings noch einige Jahre dauern, für die weiteren Etappen bis Domažlice werden derzeit die Dokumente zur Baugenehmigung erstellt.

Land: TschechienLand: DeutschlandTyp: ElektrifizierungTyp: ETCSTyp: Streckenausbau

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 8. Juni 2026.