Talgo liefert neue Nachtzüge nach Schweden

Der Blick über den Tellerrand schadet bekanntlich nicht — und deshalb wollen wir gelegentlich über Österreich, Deutschland und die Schweiz hinaus ins europäische Ausland blicken, falls es etwas zu berichten gibt. Viele Themen, die wir behandeln, sind schließlich auch in anderen Regionen relevant und es gibt umgekehrt auch Neuigkeiten, die inhaltlich durchaus eine europäische Dimension haben. So auch die Meldung Talgos, brandneue Nachtzüge nach Schweden liefern zu wollen. Anschließend an unseren YouTube-Beitrag zum Thema Nachtzüge in Europa ist das sicherlich eine positive Nachricht.
So haben nämlich die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverket und eben Talgo einen Vertrag über die Lieferung und Wartung einer neuen Nachtzugflotte unterzeichnet. Der Auftrag umfasst 11 Nachtzüge, 10 Lokomotiven sowie 9 Tageszüge, ergänzt durch einen 10‑jährigen Wartungsvertrag. Das Gesamtvolumen beträgt 756 Mio. Euro. Hintergrund ist der Ersatz der veralteten schwedischen Nachtzugflotte, deren Zustand zuletzt zu verkürzten oder eingestellten Verbindungen geführt hatte. Die neuen Züge basieren auf der Talgo‑230‑Plattform, die auch in Deutschland (ICE‑L) und Dänemark (EuroCity) eingesetzt wird. Sie sollen mit bis zu 200 km/h in Schweden und Norwegen verkehren; technisch wären sogar 230 km/h möglich. Aufgrund der Plattformkompatibilität wird eine spätere Ausweitung nach Mitteleuropa nicht ausgeschlossen. Talgo verweist zudem auf seine Erfahrung mit Nachtzügen für extreme Winterbedingungen bis –40 °C. Der Nachtzug besteht aus 9 Wagen und bietet insgesamt 124 Schlafplätze. Die Ausstattung umfasst 21 Liegesitze, 12 Vierbett‑Kouchetten, 10 Zweibett‑Schlafabteile mit WC und Dusche sowie zwei barrierefreie Abteile. Neu sind 31 Einzelkabinen, die sich tagsüber in Sitzbereiche umwandeln lassen und über viel Stauraum sowie ein mindestens zwei Meter langes Bett verfügen. Der Tageszugteil mit 7 Wagen bietet 126 Sitzplätze, einen Bistrowagen, Bereiche für Fahrräder und Skiausrüstung sowie zwei PRM‑Sitze.
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 27. April 2026.