Infrastruktur

Talent rollt am Wiener Hauptbahnhof in Güterzug

Talent rollt am Wiener Hauptbahnhof in Güterzug

Am Wiener Hauptbahnhof hat sich in der vergangenen Woche ein Rangier-Zwischenfall ereignet: Ein Talent-Triebzug der ÖBB rollte über ein Halt zeigendes Verschubsignal und kollidierte mit einem fahrenden Güterzug. Die Vectron-Lokomotive des Güterzugs entgleiste dabei, der Güterzug blockierte anschließend den ganzen Tag über die Einfahrt zum Hauptbahnhof, mehrere Bahnsteige waren eingeschränkt erreichbar.

Zweiter Vorfall gleicher Art in acht Jahren

Bemerkenswert ist, dass sich an nahezu identischer Stelle bereits vor rund acht Jahren ein sehr ähnlicher Unfall ereignet hat. Vonseiten der ÖBB steht noch keine Unfallursache fest. Beide Male gab es einen glücklichen Ausgang, weil es sich um einen leeren Personenzug handelte. Der Zwischenfall betraf eines von nur zwei Durchfahrtsgleisen am Wiener Hauptbahnhof, was die massiven betrieblichen Auswirkungen erklärt.

Warum überhaupt Güterzüge über den Hauptbahnhof?

Aus verkehrspolitischer Sicht wirft der Fall eine Frage auf, die schon länger im Raum steht. Warum werden Güterzüge weiterhin über den Wiener Hauptbahnhof geführt, wenn mit den Umgehungsrouten über Oberlaa und Handelskai leistungsfähige Alternativen zur Verfügung stünden? Gerade Konstellationen mit Personen- und Güterverkehr auf denselben Durchfahrtsgleisen sind es, die einen im Grunde eng begrenzten Signalfehler in ein tagesfüllendes Betriebsproblem verwandeln.

Land: ÖsterreichVerkehrsbetrieb: ÖBBTyp: BahnhofTyp: Störung

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 31. August 2026.