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Stadler zieht Rekurs gegen SBB-Vergabe zurück

Im November 2025 vergaben die SBB eine Ausschreibung für bis zu 200 neue Doppelstockzüge an Siemens Mobility. 116 Fahrzeuge werden in einem ersten Abruf fix geliefert. Der unterlegene Bieter Stadler Rail konnte die Kriterien, nach denen der Auftrag vergeben wurde, nicht nachvollziehen und reichte einen Rekurs, also eine Beschwerde vor Gericht ein. Das Argument: Der eigene Zug sei nur minimal teurer in der Anschaffung, basiere aber dafür mit dem KISS auf einem bewährten Produkt und werde in der Schweiz gefertigt, was zu mehr Wertschöpfung im Inland führe. Der von Siemens angebotene Doppelstockzug ist hingegen eine Neuentwicklung und wird vorwiegend in Deutschland hergestellt. Die Entscheidung der Bundesbahnen schlug damals hohe Wellen - sogar Morddrohungen soll SBB CEO Vincent Ducrot deshalb dem Vernehmen nach erhalten haben.

Die SBB betonten, dass Siemens schlicht das bessere Angebot gemacht habe und primär in den Bereichen Invesitions- und Betriebskosten sowie der Nachhaltigkeit vorne sei. Diese Aussagen wollte Stadler mit dem Rekurs unabhängig prüfen lassen. Im Verfahren seien die notwendigen Unterlagen aber nur teilweise freigegeben worden oder nur vollständig geschwärzt vorgelegen. Deshalb seien die relevanten Passagen und entscheidenden Nachweise unzugänglich geblieben. Man sehe so keine Anhaltspunkte, um das Gerichtsverfahren weiterzuführen und stellt dieses mit 07. April ein. Peter Spuhler und Stadler wollen sich nun auf die Weiterführung der "erfolgreichen Zusammenarbeit mit der SBB" fokussieren, wird er in einer Aussendung zitiert. Die Vergabe an Siemens ist somit rechtskräftig. Die Züge werden in den nächsten zwei Jahren entwickelt und sollen wie geplant ab 2031 im Fahrgastbetrieb sein, teilten die SBB mit. Mit der Vergabe an Siemens ergäben sich Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe.

Land: SchweizHersteller: SiemensHersteller: StadlerVerkehrsbetrieb: SBB

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 6. April 2026.