Fahrzeuge

Sechste Verzögerung der Coradia Max für Niedersachsen

Die Einführung der neuen doppelstöckigen Regionalzüge für Niedersachsen und Bremen verzögert sich erneut, und zwar zum inzwischen sechsten Mal. Hersteller Alstom teilte mit, dass der Fahrgasteinsatz erst 2027 schrittweise beginnen könne. Während der Hersteller abermals frühere Materialengpässe als Hauptgrund benennt und eigenen Angaben zufolge alles für eine schnellstmögliche Inbetriebnahme unternehme, sprechen einzelne Medien schon von einer „jahrelangen Posse“. Ursprünglich sollten die Fahrzeuge schon 2024 in Betrieb gehen, was aber immer wieder verschoben wurde. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen bestätigte nun, dass sie auch in diesem Jahr nicht mehr mit einer vollständigen Lieferung rechne. Um Ausfälle zu vermeiden, wurde DB Regio bereits beauftragt, im ersten Halbjahr 2027 weiterhin ein Ersatzkonzept zu fahren. Ziel sei es, trotz Verzögerungen alle Verbindungen anbieten zu können. Fest steht, dass auf dem RE1 weiterhin Doppelstockzüge eingesetzt werden. Auf den Linien RE8 und RE9 sollen Talent-2-Züge eingesetzt werden, der Einsatz von Doppelstockzügen auf dem RE9 endet also. Die Sitzplatzkapazitäten sollen aber dennoch weitgehend stabil bleiben. Insgesamt sind auf den betroffenen Strecken täglich rund 40.000 Reisende unterwegs.

Aufgrund der wiederholten Terminüberschreitungen prüft die LNVG nun rechtliche Schritte gegen Alstom. Die Gesellschaft erklärte: Man behalte sich „alle rechtlichen Schritte vor“. Alstom betonte hingegen, man arbeite „vertragskonform, transparent und vertrauensvoll“ mit allen Partnern zusammen.

Ob es dann tatsächlich ab 2027 losgeht, wird sich wohl zeigen: Schließlich ist der Coradia Max noch immer nicht zugelassen und noch kein Exemplar ausgeliefert oder in Betrieb, wenngleich er bereits in hoher Stückzahl, etwa auch für Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, geordert wurde. Dass hier eventuell auch weitere Verzögerungen entstehen, scheint nicht ausgeschlossen.

Land: DeutschlandHersteller: AlstomVerkehrsbetrieb: DB RegioUnternehmen: LNVG

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 21. April 2026.