S-Bahn Stuttgart ab 2034 neu ausgeschrieben

Das nächste Großprojekt in Stuttgart steht an: Ein neuer Verkehrsvertrag mit der S-Bahn. Denn der derzeitige mit der DB Regio endet eigentlich Mitte 2032 – wird aber in erster Instanz einmal bis Ende 2034 verlängert, um den Betreiberwechsel nicht in die sensible Einführungsphase von Stuttgart 21 und ETCS fallen zu lassen, wie es heißt. Da sind wir auch direkt beim ersten Kritikpunkt, denn Teil des neuen Vertrags sind (teilweise) neue Fahrzeuge. Und das, obwohl die alten allesamt derzeit noch mit ETCS Level 2 ausgestattet werden, welches ab dem Start von Stuttgart 21 erforderlich ist. Wenn das dann 2032 bzw. 2033 der Fall ist, ist der Nutzungszeitraum schließlich überschaubar und die Frage der Wirtschaftlichkeit der derzeitigen Aufrüstung durchaus berechtigt.
Insgesamt sind 215 Fahrzeuge bei der S-Bahn im Einsatz, wobei die 60 423er allesamt ersetzt werden sollen. Bis Ende 2035 können sie noch durch einen vorverhandelten Übergangsvertrag mit DB Regio dem neuen Betreiber zur Verfügung gestellt werden. Bei den insgesamt 155 Fahrzeugen der Baureihe 430 gilt: 66 Fahrzeuge aus den Nachbeschaffungswellen 2014 und 2019 werden durch den Verband Region Stuttgart übernommen und dem neuen Betreiber zur Verfügung gestellt. Für die restlichen 89 Fahrzeuge ist das Vorgehen noch unklar; hier bestehen verschiedene Optionen: Es läuft derzeit ein Wertgutachten der weiteren 430er, wobei darauf basierend ein Ankauf geprüft wird, dessen Alternative der Kauf weiterer 89 Neufahrzeuge direkt durch das EVU wäre. Damit es bei einem Betreiberwechsel auch hier zu einem geordneten Übergang käme, gibt es auch für diese Fahrzeuge vorverhandelte Übergangsverträge.
15 Jahre soll der neue Vertrag laufen, wobei ein Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren besteht, falls die 60 ältesten 430er ersetzt werden müssten. Die Neufahrzeuge werden allesamt durch das EVU beschafft, gehen aber in das Eigentum der Region über und werden zurückverpachtet. Ein Redesign der ET 430 ist vorgesehen. Das Startnetz 2034 umfasst alle heutigen Linien plus Erweiterungen wie die S3 nach Neuhausen. Leistungsänderungen werden über verschiedene Klauseln ermöglicht – Unter anderem eine S-Bahn auf der Geislinger Steige soll langfristig eingerichtet werden (siehe Karte).
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 10. August 2026.