S-Bahn Berlin: Eröffnung S15 und Alstom-Rüge zurückgewiesen

Die Vergabe der Berliner S‑Bahn‑Teilnetze Stadtbahn und Nord‑Süd befindet sich nach jahrelangen Verzögerungen nach wie vor im Verfahren, hat aber einen weiteren Schritt erreicht. Hintergrund des Verfahrens ist das Auslaufen der bestehender Verkehrsverträge sowie die Anschaffung einer neuen Fahrzeuggeneration. Berlin und Brandenburg schrieben daher zwei Drittel des Netzes neu aus, nachdem das Teilnetz Ring/Südost bereits 2017 einen neuen Verkehrsvertrag erhalten hatte.
Das Gesamtvolumen der nun seit 2020 laufenden Ausschreibung einschließlich Betrieb über 15 Jahre, Instandhaltung und der Lieferung von rund 1.400 neuen S‑Bahn‑Wagen liegt bei etwa 20 Milliarden Euro. Viele Male hatte es in den letzten Jahren Verzögerungen durch technische Anforderungen, Verhandlungen und juristische Auseinandersetzungen gegeben. Im August 2025 wurde dann schließlich der Zuschlag an das Konsortium aus Deutscher Bahn, Siemens und Stadler erteilt. Der unterlegene Bieter Alstom rügte daraufhin Bewertungs- und Verfahrensfehler und stellte einen Nachprüfungsantrag bei der Berliner Vergabekammer.
Nun hat die Vergabekammer entschieden: Die Rüge von Alstom ist vollständig zurückgewiesen worden. Noch bis zum 26. Juni, also Ende dieser Woche, kann Alstom nun Beschwerde beim Kammergericht Berlin einlegen. Ein solcher Schritt könnte das Verfahren weiter deutlich in die Länge ziehen: Beim letzten Vorgang dieser Art ließ sich das Gericht 16 Monate Zeit. Möglich ist sicherlich, dass Alstom diese Entscheidung akzeptiert und keine weiteren Rechtsmittel einlegt: Schließlich hat der Konzern durch seine vielen kostenträchtigen jahrelangen Verzögerungen bei einigen Großprojekten genug zu tun – bei den letzten Beschwerden gab es zudem noch eine andere Führung.
Verzögerungen gab es auch bei der neuen Berliner S-Bahnlinie S15, welche am vergangenen Montag, dem 15. Juni endlich eröffnete. Zwei Halbzüge pendeln nun im 10-Minuten-Takt zwischen der neuen Station Berlin Hbf (Tunnel) (nicht „tief“, denn das ist der Fernzug-Bahnhofsteil), Wedding und Gesundbrunnen. Ab 2029 kommt dann eine neue Linie S6 hinzu, welche über Westhafen und Jungfernheide die zu reaktivierende Siemensbahn befährt. Bei den positiven Neuigkeiten, gibt es aber auch negative: Denn schon Ende diesen Jahres sollen angesichts des zunehmenden Alters der Baureihe 481, welche ja nun länger als geplant eingesetzt werden muss, Kürzungen vorgenommen werden. Die Verstärkerfahrten auf der S1 und S5 werden auf einen 20-Minuten-Takt abgeschwächt.
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 22. Juni 2026.