Palla spricht von „organisierter Verantwortungslosigkeit“ im Bahn-Management

In der „Welt am Sonntag“ hat Evelyn Palla Zustände von „organisierter Verantwortungslosigkeit“ im Bahnkonzern angeprangert. Wesentliche Entscheidungen seien laut ihr häufig zentral in der Konzernleitung getroffen worden, ohne aber Verantwortung für die Umsetzung zu tragen. Diejenigen, die die Umsetzung in den Regionen hätten forcieren müssen, hätten aber die Entscheidungen nicht getroffen und würden nicht umsetzbare Pläne dann auch nicht in Angriff nehmen. In der Zentrale hieß es dann, die Fläche hätte es nicht richtig umgesetzt. Und ebendieses Phänomen müsse nun der Vergangenheit angehören. Überhaupt beginne eine vernünftige Leistungskultur laut ihr im oberen Management und bei ihr selber. Von nun an solle viel mehr Energie für das Anpacken von Lösungen als das Erklären von Problemen aufgewendet werden, so etwa das Fazit ihrer eigenen Bahnstrategie, die sie bereits vor zwei Wochen dem Aufsichtsrat vorstellte. 2035, zum 200-jährigen Jubiläum der Eisenbahn in Deutschland, solle auch der Sanierungsmarathon des Schienennetzes weitgehend abgeschlossen sein.
Ob das wirklich klappt, hängt sicherlich auch mit dem Fortgang der Generalsanierungen oder neu Korridorsanierungen zusammen. Der neue Verkehrsminister Bilger (CDU) hatte bereits kurze Zeit nach seinem Amtsantritt konstatiert, die bisherigen Sanierungen hätten nicht das gewünschte Ergebnis gebracht, das man sich erhofft hatte. Insbesondere zu Zeitplänen und möglichen Konsequenzen der vielen Verschiebungen bei den Sanierungen habe er am vergangenen Donnerstag bereits mit Palla gesprochen.
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 3. August 2026.