Infrastruktur

ÖBB bauen Überholbahnhof auf Neuer Unterinntalbahn

Seit 2012 gibt es die Neue Unterinntalbahn zwischen Wörgl und Innsbruck bzw. Kundl und Baumkirchen. Mit bis zu 220 km/h Höchstgeschwindigkeit bildet sie seitdem das Rückgrat für den Güter- und Fernverkehr, während der Regionalverkehr auf der alten Bestandsstrecke verdichtet verkehren kann. Nun beabsichtigen die ÖBB, die Leistungsfähigkeit der Neubaustrecke, welche bekanntlich künftig bis Kufstein und als Brenner-Nordzulauf weiter nach Deutschland verlängert werden soll, weiter zu steigern.

Im westlichen Tunnel der Strecke, dem Terfnertunnel, ist im Bereich Vomp ein zusätzlicher Überholbahnhof für Güterzüge, welche durch schnellere Fernverkehrszüge überholt werden, vorgesehen. Dieser war baulich bereits vorbereitet und so muss kein neuer Tunnel ausgebrochen, sondern lediglich die benötigte Eisenbahninfrastruktur eingebaut werden. Diese Option wird nun aktiviert. Ein drittes und viertes Gleis werden auf einer Länge von rund zwei Kilometern nun mit acht Weichen inklusive Leit- und Sicherungstechnik und Oberleitung angeschlossen. Auf der gesamten Neubaustrecke gibt es bereits ETCS, welches auch weiterhin in Betrieb bleibt. Jedoch sollen bislang ergänzende Lichtsignale zurückgebaut und Blockabschnitte verdichtet werden. Fahrzeuge, die nicht ETCS L2oS-fähig sind, können damit künftig nicht mehr auf der Strecke unterwegs sein, während die Strecke aber für alle anderen Züge leistungsfähiger wird.

Die Arbeiten befinden sich bereits in Umsetzung: Seit dem 10. Juli und noch bis Ende dieser Woche (25. Juli) ist der östliche Münsterertunnel gesperrt; dann folgen drei Tage Gesamtsperre. Bis 14. September ist dann im Terfnertunnel alles dicht und die genannten Arbeiten werden umgesetzt. Fernverkehrszüge werden über die Bestandsstrecke umgeleitet, im Regionalverkehr verlängern sich Fahrzeiten und der Interregio entfällt zwischen Wörgl und Innsbruck.

Land: ÖsterreichVerkehrsbetrieb: ÖBBTyp: BahnhofTyp: ETCS

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 23. Juli 2026.