Leo Express Frankfurt–Prag–Bohumín: Bunter Wagenmix mit RDC-Kuriosität

Zwei Wochen nach der Betriebsaufnahme der Verbindung Frankfurt am Main–Prag–Bohumín lohnt sich der genauere Blick auf das eingesetzte Wagenmaterial. Denn hier ist mittlerweile eine bemerkenswerte Mischung unterwegs. Grundlage der Zuggarnitur sind ehemalige DB-Intercitywagen, die Leo Express über Renfe Alquiler angemietet hat. In der Startphase laufen drei dieser Wagen im Zug, ursprünglich als Erste-Klasse-Abteilwagen konzipiert (54 Sitzplätze pro Wagen), werden sie bei Leo Express aktuell als Economy Class geführt. Business Class und weitere Liegewagen sind für den späteren Sommer angekündigt. Auf deutschem Abschnitt fährt der Zug unter Betriebsführung von BahnTouristikExpress (BTE), traktioniert mit Vectron-Lokomotiven.
Fachlich wirklich spannend, und aus Sicht mancher Fahrgäste möglicherweise skurril, ist eine Beobachtung mehrerer Mitreisender: Auf der Verbindung läuft auch ein Liegewagen der RDC-Deutschland-Gruppe mit, die man vor allem aus dem Alpen-Sylt Nachtexpress kennt. Offiziell ist der Wagen als Personalwagen deklariert, was bei einer Fahrzeit von rund 18 Stunden nachvollziehbar ist. Nach Reiseberichten dürfen Fahrgäste jedoch vorerst ebenfalls mit einsteigen, ohne den Wagen buchen zu können. Das ist rechtlich ein Graubereich, das RDC-Fahrzeug ist nicht Teil des offiziellen Angebots und im Buchungssystem nicht verfügbar. Für Leo Express dürfte die Konstellation eine praktikable Übergangslösung sein, bis die im Sommer angekündigten regulären Liegewagen aus der ex-DB-Flotte tatsächlich verfügbar sind.
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 16. Juli 2026.