Korridor Hamburg-Berlin erst Mitte Juni wieder frei

Bereits Mitte Februar hatte die Deutsche Bahn angekündigt, aufgrund des Winterwetters und anhaltenden Bodenfrostes mehrere Wochen hinter dem Zeitplan der Generalsanierung Hamburg-Berlin zu liegen. Ursprünglich sollte der vollständige Betrieb des Hochleistungskorridors zum 1. Mai wieder aufgenommen werden - Was sich nun aber um sechs Wochen auf den 14. Juni und damit den Kleinen Fahrplanwechsel zur Jahresmitte verschiebt, wie die Bahn nun ankündigte. Die betroffenen Länder hatten der DB zwar eine Frist zum Aufstellen eines neuen Zeitplans bis zum 2. März gesetzt, die Bahn nahm sich aber bis zum vergangenen Donnerstag (12.03.) Zeit, ein neues Konzept zu erarbeiten. Dieses besteht nun aus zwei Stufen: Ab dem 15. Mai, also zwei Wochen nach dem ursprünglichen Plan, geht das nordwestliche Drittel der Strecke von Hamburg bis Hagenow Land wieder in Betrieb. Regionalzüge zwischen Hamburg, Schwerin und Rostock können damit wieder regulär unterwegs sein und auch der Fernverkehr zwischen Hamburg und der Ostsee fährt wieder seinen Regelweg, anstatt über Lübeck und Bad Kleinen umgeleitet zu werden. Weitere vier Wochen, eben bis zum 13. Juni wird noch das Umleitungskonzept des Fernverkehrs Hamburg-Berlin über Uelzen und Stendal aufrechterhalten.
Das Ersatzangebot entlang der 280 Kilometer langen Strecke hatte in den vergangenen Wochen oftmals für Kritik gesorgt: So kam es durch einen Streit zwischen dem Busunternehmer Ecovista und einem Investor zum Einsatz stark veralteter Busse statt der eigens georderten und durch die DB bestellten Ersatzbusse in Verkehrspurpur. Mittlerweile hat sich die DB aber eingeschaltet und die qualitativ höherwertigen Busse sind wieder im Einsatz.
Nicht nur das Ersatzkonzept und die Verzögerung der Sanierung selbst waren aber in den letzten Tagen und Wochen Kritik ausgesetzt: Die schnellsten ICEs werden die Strecke nämlich künftig in 107 Minuten zurücklegen, was ein paar Minuten mehr als noch vor der Generalsanierung sind.
Die eigentlich vorgesehene sogenannte Qualitätsoffensive auf der Strecke Hamburg-Hannover im Vorfeld der 2029 stattfindenden Generalsanierung ab 1. Mai diesen Jahres wird überdies angepasst: Während das Stück Celle-Hannover wie geplant ab dem 1.Mai für rund zwei Monate gesperrt wird, sind die anderen Teilstücke bis Lüneburg und Hamburg erst vollständig ab Mitte Juni für einige Wochen gesperrt.
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 16. März 2026.