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Italo liebäugelt mit Siemens Velaro für Deutschland

Italo, der größte privatwirtschaftliche Hochgeschwindigkeitszugbetreiber Europas, prüft bekanntlich den Einstieg in den deutschen Fernverkehrsmarkt. Nach übereinstimmenden Medienberichten plant das Unternehmen den Erwerb von 25 bis 30 Velaro-Hochgeschwindigkeitszügen von Siemens Mobility, verbunden mit einem 30‑jährigen Wartungsvertrag. Das Investitionsvolumen würde sich auf mehrere Milliarden Euro belaufen. Die Züge sollen im Siemens-Werk Krefeld gefertigt werden und basieren auf derselben Plattform wie der ICE 3neo, was den Zulassungsprozess erleichtern könnte.

Italo, mehrheitlich im Besitz der Mediterranean Shipping Company (MSC), strebt für den Markteintritt langfristige Rahmenverträge mit der DB InfraGO an. Diese sollen Kapazitätssicherheit gewährleisten, da die derzeit üblichen jährlichen Trassenzuweisungen aus Sicht des Unternehmens Investitionen privater Anbieter sowie weiterer Verbände erschweren. In Deutschland laufen parallel Gespräche mit der Bundesregierung über Investitionsschutz und fairen Netzzugang. Als Repräsentantin für den deutschen Markt hat Italo überdies die frühere BVG-Chefin Eva Kreienkamp benannt.

Die tatsächliche Umsetzung hängt jedoch von offenen Fragen zur Trassenzuweisung und der Rolle privater Betreiber im deutschen Netz ab. Branchenkreise verweisen darauf, dass freie Kapazitäten bei Siemens durch den verlangsamten ICE-Flottenausbau der Deutschen Bahn verfügbar sind, was den Zeitpunkt eines möglichen Auftrags begünstigt. Sollte Italo die geplante Flotte realisieren, wäre das Unternehmen nach DB und Flix der drittgrößte Fernverkehrsbetreiber mit Hochgeschwindigkeitszügen in Deutschland werden. Welche Verbindungen am Ende genau angeboten werden, ist momentan noch unklar. Medienberichten zufolge würde man sich aber auf zentrale Hochgeschwindigkeitsachsen wie Frankfurt–Köln und München–Berlin konzentrieren.

Land: DeutschlandHersteller: SiemensVerkehrsbetrieb: ItaloVerkehrsbetrieb: MSCUnternehmen: DB InfraGO

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 27. April 2026.