Infrastruktur

Gotthard-Basistunnel feiert 10-Jähriges Jubiläum - mit Licht und Schatten

276.000 Güterzüge und 169.000 Personenzüge sind seit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels am 01. Juni 2016 durch das aktuell weltweit längste Tunnelbauwerk der Welt gefahren. Seitdem ist nicht nur die Fahrzeit, etwa zwischen Zürich und Lugano um rund 50 Minuten, gesunken, sondern auch die Anzahl der Reisenden hat sich im Vergleich zur Gotthard-Panoramastrecke fast verdoppelt. Das Gütervolumen ist ebenfalls deutlich angestiegen: Von 17,8 Mio. Nettotonnen im Jahr 2025 auf 24,2 Mio. Nettotonnen 2025. Der Güterverkehr war aber auch für den größten Zwischenfall des Gotthard-Basistunnels verantwortlich: 2023 kam es infolge eines Radscheibenbruchs zu einer schweren Entgleisung eines Güterzugs und damit zu einem Schaden in Höhe von 150 Millionen Franken für die SBB. Die Weströhre des GBT blieb ein Jahr lang gesperrt. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht attestierte, dass der Unfall auch vonseiten den SBB vermeidbar gewesen wäre. Die Bundesbahnen haben infolge Entgleisungsdetektoren vor dem Tunnel verbaut. Gleichzeitig liegt die Verantwortung für den Vorfall beim Wagenhalter.

Um die hohe Leistungsfähigkeit des Tunnels aufrechtzuerhalten, investiert die SBB jährlich rund 35 Millionen Franken in den Unterhalt des GBT. So führt etwa das hohe Verkehrsaufkommen zu Bremsabrieb und verschleissbedingten Metallablagerungen, die mit robotergestützten Reinigungssystemen entfernt werden. Gleichzeitig überwacht die SBB die Gleise und Anlagen mit hochpräzisen Messinstrumenten permanent. Neben nächtlichen Instandhaltungsarbeiten an jedem Wochenende sind auch Arbeiten in längeren Zeitfenstern erforderlich – etwa für den Tunnelfunk, der bis 2027 ersetzt werden soll. Diese Arbeiten gewährleisten, dass der Tunnel auch für kommende Generationen und sicher und reibungslos funktioniert.

Land: SchweizVerkehrsbetrieb: SBBTyp: Tunnel

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 8. Juni 2026.