ERTMS-/ETCS-Koordinierungsstelle beim BMV gestartet

Das Thema ETCS ist in Deutschland bekanntermaßen ein leidiges. Während nach wie vor keine aktualisierte Strategie zur ETCS-Umrüstung von Bestandsstrecken vorliegt, werden die Rufe nach einer sinnhaften Etappierung und Koordination lauter. Bei einer vollständigen Umrüstung auf ETCS, sei es Level 2 mit oder ohne Signale, ist es schließlich wichtig, dass die Technik auch fahrzeugseitig eingebaut ist. Folgt nun in den 2030er-Jahren ein tatsächlicher Hochlauf beim ETCS, nachdem zur Zeit erste kleine und größere Projekte an den Start gehen, braucht es auch eine entsprechende Industrie und vor allem Herstellungskapazitäten.
Bundesverkehrsminister Schnieder hat nun am vergangenen Freitag (17.04.) eine Koordinierungsstelle ins Leben gerufen, die ab sofort dafür sorgt, dass alle erforderlichen Maßnahmen aufeinander abgestimmt und erfolgreich umgesetzt werden. Sie ist Anlaufpunkt für den gesamten Bahnsektor zu Fragen rund um das Thema European Rail Traffic Management Control System und ETCS. Außerdem soll sie die Förderung der Umrüstung der vorhandenen Züge auf die neue Technologie koordinieren, damit es nicht zu Engpässen kommt. Angesiedelt ist die Koordinierungsstelle aber nicht beim Bundesverkehrsministerium, sondern bei einem externen Beraterbüro, wobei die Organisationsform zu Mitte 2027 evaluiert werden soll.
Viele Fachakteure und Verbände in der Branche pochen schon länger auf eine verstärkte Koordinierung in Sachen ETCS. In einer ersten Reaktion hat etwa schon der Verband der Güterbahnen die Einrichtung der Stelle begrüßt.
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 21. April 2026.