Infrastruktur

DB-InfraGO Zustandsbericht 2025: Sanierungsstau trotz Rekordinvestitionen

Die DB InfraGO AG hat ihren sogenannten Infrastrukturzustands- und Entwicklungsbericht für 2025 veröffentlicht. 19,36 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr in den Erhalt des Schienennetzes investiert, wovon rund 15 Milliarden Euro auf Ersatzinvestitionen, 4,1 Milliarden Euro auf Instandhaltung und 0,17 Milliarden auf zusätzliche Bahnhofsmaßnahmen entfallen sind. Es sind rund drei Milliarden Euro mehr, die 2025 gegenüber dem Vorjahr investiert wurden.

Verbesserungen im Streckennetz wurden 2025 in verschiedenen Bereichen erzielt: auf 134 Kilometern konnte die Soll-Geschwindigkeit erhöht werden (Vorjahr: 179 km), Gleiswechselbetrieb auf 184 eingerichtet werden (Vorjahr: 76 km), 19 Kilometer zweigleisig ausgebaut und elf Kilometer elektrifiziert werden. Zudem wurden Mängel mit einem theoretischen Fahrzeitverlust von 7,5 Minuten beseitigt. Gesunken ist die Netzverfügbarkeit dennoch; und zwar von 93,17% auf 92,78 %, sodass ein immer größerer Anteil nicht mit der eigentlich vorgesehenen Maximalgeschwindigkeit befahrbar ist. Schwerpunktmäßig sind dafür Baumaßnahmen verantwortlich. 0,35 % werden allein durch die Korridorsanierung zwischen Hamburg und Berlin verursacht, 0,12 % durch die zwischen Emmerich und Oberhausen.

Erstmals seit Jahren hat sich der Zustand des deutschen Schienennetzes jedenfalls stabilisiert, wenngleich der Mittelbedarf nach wie vor hoch ist. Die durchschnittliche Netznote liegt bei 3,00 und damit auf Vorjahresniveau. Eine echte Trendwende bedeutet das also nicht: Der ermittelte Erneuerungsbedarf von 110 Milliarden Euro in 2024 sank auf 106 Milliarden Euro. Der Anteil erneuerungsbedürftiger Anlagen mit einer Zustandsnote 4 oder schlechter reduzierte sich leicht auf 16,1 %, was natürlich nach wie vor erheblich ist. Die Zustandsnote der Bahnhöfe verbesserte sich leicht von 3,03 auf 2,96. Auch für weitere Bereiche, Netzelemente und Bundesländer macht der Bericht detaillierte Angaben. Besonders auffällig sind Stellwerke welche mit einer Note von 4,02 das schwächste Gewerk sind: Rund die Hälfte der 4.000 Anlagen ist erneuerungsbedürftig. Regional schneiden die ostdeutschen Bundesländer weiterhin am besten ab (2,65–2,89), während Nordrhein‑Westfalen mit 3,26 erneut den schlechtesten Wert aufweist.

Land: DeutschlandTyp: GeneralsanierungTyp: StreckenausbauTyp: BahnhofUnternehmen: DB InfraGO

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 11. Mai 2026.