Infrastruktur

DB InfraGO verkündet ETCS-only-Strecken bis 2031

Lange hat sich die DB InfraGO Zeit gelassen, eine neue ETCS-Migrationsstrategie für das deutsche Schienennetz bekanntzugeben. Nachdem vor einigen Wochen eine Koordinierungsstelle des Bundes gestartet ist, welche fahrzeugseitige Umrüstungsbedarfe koordinieren soll, hat die InfraGo nun vergangene Woche (2.7.) verkündet, wie es streckenseitig bis Ende 2031 weitergehen soll. Während eine längerfristige Strategie ab 2032, welche auch mit Schnieders Bahnstrategie in Einklang stehen soll, noch bis Ende 2026 erarbeitet werde, stehen nun zumindest rund ein Dutzend Strecken fest, die eben noch Ende dieses Jahrzehnt mit ETCS Level 2 mit bzw. ohne Signale ausgerüstet werden sollen. Herausfordernd ist dabei, dass Projekte mit einer Inbetriebnahme mit einem Vorlauf von weniger als fünf Jahren die Zustimmung der entsprechend betroffenen EVUs benötigen. Bei den nun angekündigten Strecken geht es zudem nur um Strecken, für die die DB InfraGO verantwortlich ist und auch nur solche, die keine Neubauten wie etwa die neuen Tunnelstrecken in Stuttgart darstellen. Bis Mitte 2029 soll die etwa 53 Kilometer lange Wendlandbahn von Lüneburg nach Dannenberg Ost mit ETCS L2oS ausgestattet werden – vermutlich als eine Art Pilotierungsstrecke, so ist das Betriebskonzept mit einigen wenigen täglichen Dieselzugpaaren doch eine wenig komplexes. Ende 2029 steht dann die Inbetriebnahme eines ETCS L2oS-Astes bei der Hamburger S-Bahn an, welche auch schon bekannt war: Der Abschnitt Hammerbrook bis Neugraben. Zu dem Zeitpunkt wird auch eine neue Linie S6 in Betrieb gehen, die auf dem Abschnitt die Linien S3 und S5 nach Harburg verstärkt. Ende 2030 folgt dann der Abschnitt Wedel–Blankenese–Klein Flottbek der Hamburger S-Bahn S1 und die Strecke Uelzen–Stendal. Zudem erfolgt bis Ende 2030 auch ein Baseline-Upgrade des ETCS L2oS auf den Schnellfahrstrecken zwischen Halle und Erfurt sowie Erfurt und Ebensfeld bei Bamberg. Noch Mitte 2030 ist im Übrigen die Strecke Magdeburg–Stendal an der Reihe. Bis Ende 2031 folgen dann noch einmal eine Reihe an Strecken: Leipzig–Riesa, Pirna–Bad Schandau an der tschechischen Grenze, München–Rosenheim, die Planbereiche 1 und 2 des Digitalen Knoten Stuttgarts Stufe 3 sowie die nordrhein-westfälische Strecke zwischen Aachen und Mönchengladbach. Klar ist, dass auf den entsprechenden Abschnitten ab den entsprechenden Inbetriebnahmen nur noch ETCS-only-Fahrzeuge eingesetzt werden – schließlich entfallen jegliche Signale und auch die bisherigen Zugsicherungen. Die Koordinierungsstelle des Bundes kann sich nun also in ihrer Arbeit entfalten.

Land: DeutschlandTyp: ETCSUnternehmen: DB InfraGO

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 9. Juli 2026.