DB-Bilanz 2025: Milliardenverlust, aber positives EBIT

Es geht weiter mit den Bilanzen; nun hat die DB nämlich ihren Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vorgestellt. Wie erwartet sticht dabei vor allem das milliardenschwere negative Gesamtergebnis nach Steuern hervor: -2,3 Mrd. Euro beträgt der Jahresfehlbetrag aller Geschäftsbereiche des DB-Konzerns, wobei die Netto-Finanzschulden per 31. Dezember 2025 aber um 11,9 Mrd. Euro auf rund 20,7 Mrd. Euro gesunken sind, da der DB Schenker-Verkauf vorrangig für den Schuldenabbau eingesetzt wurde. Gesteigert hat der Konzern zudem seinen Umsatz, und zwar um drei Prozent auf etwa 27 Mrd. Euro, womit zugleich ein erstmals wieder positives operatives Ergebnis erzielt wurde. Das EBIT lag nämlich bei 297 Mio. Euro, und damit 630 Mio. Euro höher als noch 2024. Strukturell zeigt sich ein differenziertes Bild: Während nahezu alle Geschäftsbereiche operativ profitabel sind (DB Fernverkehr +45 Mio. €, DB Regio +191 Mio. €), bleibt DB Cargo defizitär. Es liegt nun am neuen DB Cargo-Chef, den ambitionierten Sanierungsplan mit sehr harten Einschnitten in diesem Jahr konsequent umzusetzen.
DB Fernverkehr ist beim bereinigten operativen Ergebnis mit 45 Millionen Euro (Vorjahr: minus 96 Millionen Euro) zurück in den schwarzen Zahlen, wobei Umsatz und Verkehrsleistung auf ein neues Rekordniveau gestiegen sind, aber aufgrund der infrastrukturellen Rahmenbedingungen hinter den Erwartungen zurückblieben. Um rund 3,4% angestiegen ist die Nachfrage im Personenverkehr allgemein: In Regional- und Fernzügen hat die DB 2025 insgesamt 1,93 Mrd. Fahrgäste transportiert. Die Verkehrsleistung hat um 2,7 Prozent auf rund 87 Mrd. Personenkilometer zugelegt. DB InfraGO verzeichnete mit 10 Mio. Euro ein leicht positives operatives Ergebnis (Vorjahr: 267 Millionen Euro). Unter anderem führten höhere Personalaufwendungen und investitionsbedingt gestiegene Abschreibungen zu zusätzlichen Belastungen. Die Betriebsleistung auf dem stark befahrenen Schienennetz blieb 2025 mit 1,1 Mrd. Trassenkilometer auf Vorjahresniveau.
Die geringe Pünktlichkeit des Fernverkehrs in Deutschland im vergangenen Jahr dürfte niemanden überraschen, schon mehrfach berichteten wir. In der Bilanz wird die Gesamtpünktlichkeit der Fernverkehrszüge der DB nun mit 60,1% ausgewiesen. Neben dem schlechten Zustand der Infrastruktur ist auch die mittlerweile hohe Zahl an Baustellen mitverantwortlich dafür, dass sich das in den nächsten Jahren zunächst nicht ändert. Dass massive Investitionen in das deutsche Schienennetz nach wie vor zusätzlich notwendig sind, fordern in den letzten Tagen viele Politiker:innen und Verbände; auch, nachdem Bundesverkehrsminister Schnieder die Zustände des Schienennetzes zuletzt als „demokratiegefährdend“ beschrieb.
Die DB erwartet für das Gesamtjahr 2026 schrittweise weitere Verbesserungen. Der Konzernumsatz soll auf ungefähr 28 Mrd. Euro steigen, das operative Konzernergebnis auf etwa 600 Mio. Euro.
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 30. März 2026.