Bundestag gibt grünes Licht für drei Bahnprojekte

Die parlamentarische Befassung für drei wichtige Bahn-Großprojekte ist endlich durchlaufen. Der Ausbau der Marschbahn von Niebüll bis Westerland auf Sylt, die Neubaustrecke von Dresden an die tschechische Grenze sowie die Neubaustrecke Augsburg–Ulm sind so nun einen Schritt weiter. Jetzt beginnt für die drei Projekte die Phase der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Grünes Licht war schon länger erwartet worden, bzw. gefordert, denn schließlich liegen die entsprechenden Berichte dem Bundestag schon länger vor.
Die für 300 km/h ausgelegte Neubaustrecke Augsburg—Ulm soll die Fahrzeit zwischen den beiden Städten auf 26 Minuten senken und etwa 8,2 Milliarden Euro kosten. Baubeginn und eine spätere Inbetriebnahme können derzeit noch nicht datiert werden. Die Relation Dresden–Prag wird von derzeit 2,5h durch die dortige Neubaustrecke auf rund eine Stunde gekürzt. Kernstück ist dort ein 30 Kilometer langer Tunnel durch das Erzgebirge, wobei für den deutschen Teil der Strecke voraussichtlich 5,6 Milliarden Euro fällig werden. 2032 sollen hier die ersten Bagger rollen und die Züge 2044 fahren. Auch für den Gesamtausbau der Achse Berlin–Prag–Wien ist das Projekt von zentraler Bedeutung. Beim Ausbauprojekt der Marschbahn nach Sylt soll es ebenfalls 2032 losgehen: Bis 2039 wird auf rund 20 Kilometern ein zweites Gleis gebaut; zwischen Niebüll und Klanxbüll sowie zwischen Morsum und Tinnum. Dieses Projekt ist mit 426 Millionen Euro angesetzt.
Alle Projekte sind zentral für die Verwirklichung des Deutschlandtaktes, haben jeweils einen Nutzen für die jeweiligen Regionen, aber auch den Bahnverkehr in ganz Deutschland. Die Neubaustrecke Augsburg–Ulm etwa schließt eine Lücke der Hochgeschwindigkeitsverbindung Köln–München. Kritik gibt es aber auch: Denn die Entschließung zu den Projekten ist zwar richtig und wichtig, jedoch ist die Finanzierung für die Projekte nach wie vor nicht geklärt. Vor allem fehlen aber nach wie vor die Entscheidungen zu anderen mindestens genauso wichtigen Projekten: So wird die Befassung der Neubaustrecke Hamburg–Hannover nach wie vor weiter verschoben.
Zuerst erschienen im BahnBrief vom 25. Mai 2026.