Infrastruktur

Bundeshaushalt 2027: mehr Geld für das Bauen, weniger die Erhaltung

Bundeshaushalt 2027: mehr Geld für das Bauen, weniger die Erhaltung

Er habe den Auftrag des Kanzlers, die Mittel des Infrastruktur-Sondervermögens schnell und zielgerichtet zu investieren, sagte der neue Verkehrsminister Steffen Bilger bei seinem Amtsantritt. In seinem Entwurf für den Verkehrsetat des Bundes sieht das nun aber anders aus. Der Plan sieht 26,43 Milliarden Euro vor, rund 1,47 Milliarden weniger als 2026. Aus dem Sondervermögen Infrastruktur kommen weitere 17,72 Milliarden dazu, im laufenden Jahr sind es noch 22.

Für die Schiene ist das Bild zweigeteilt. Der Aus- und Neubau bekommt mehr: Die Baukostenzuschüsse für den Bedarfsplan steigen von 1,81 auf 2,23 Milliarden Euro. Beim Bestandsnetz geht es dagegen abwärts. Der Infrastrukturbeitrag aus dem Sondervermögen sinkt von 16,3 auf 11,49 Milliarden. Die Allianz pro Schiene kommt unterm Strich auf 1,3 Milliarden weniger für das Bestandsnetz und sieht die Korridorsanierungen dadurch als Wackelkandidaten.

Gekürzt wird auch anderswo. Für ERTMS sind 2,22 statt 2,45 Milliarden vorgesehen, für die Lärmsanierung 156 statt 185 Millionen. Die Trassenpreisförderung im Güterverkehr sinkt auf gut 200 Millionen. Im Fernverkehr bleiben nach dem Entwurf von zuletzt 200 Millionen nur noch 5,34 Millionen übrig. Die Begründung im Etat: «Anpassung an den Bedarf». Zum Vergleich: Für die Bundesfernstraßen stehen 10,69 Milliarden im Entwurf, praktisch gleich viel wie 2026. Beraten wird der Entwurf nun im Parlament.

Land: DeutschlandTyp: GeneralsanierungTyp: Sanierung

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 24. August 2026.