Infrastruktur

Brandanschlag auf Bahnstrecke Köln–Düsseldorf, „Kommando Angry Birds" bekennt sich

Am vergangenen Freitag brannten an zwei Stellen zwischen Langenfeld und Leverkusen Böschungen und Kabelschächte an der Bahnhauptstrecke Köln–Düsseldorf. Mehrere Signalkabel wurden schwer beschädigt, der Zugverkehr auf der Achse musste temporär eingestellt werden. Die Strecke ist inzwischen wieder freigegeben. Ermittler gehen nach einem auf der Plattform Indymedia veröffentlichten Bekennerschreiben von vorsätzlicher Sabotage aus. Verantwortlich zeichnet die linksextreme Gruppe „Kommando Angry Birds", das Schreiben gilt laut Sicherheitskreisen als authentisch. Als Motiv nennt die Gruppe ein angebliches „Massensterben infolge einer technologischen Eskalation", das Bundesamt für Verfassungsschutz ordnet die Gruppe dem Linksextremismus zu und weist auf antikapitalistische und ökologische Motive früherer Bekennerschreiben hin.

Bemerkenswert ist die Serienbildung: Das „Kommando Angry Birds" hatte sich bereits im Juli 2025 zu einem Anschlag auf die Bahnstrecke Düsseldorf–Duisburg bekannt sowie Anfang 2026 zu einem versuchten Anschlag auf ein Umspannwerk in Erkrath bei Düsseldorf. Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) formulierte: Es müsse „als eine Aktion von Linksextremisten eingestuft werden, vor allen Dingen, da es vergleichbare Taten gegeben hat". Aus Sicht der Bahnbranche ist das Muster relevant: Kritische Infrastruktur wie Signal- und Kabelanlagen ist gezielt angreifbar, mit hoher Wirkung auf den Betrieb und vergleichsweise geringem Aufwand für die Täter. Der Staatsschutz der Kölner Polizei hat die Ermittlungen übernommen, geprüft werden auch Verbindungen zu den früheren Taten.

Land: Deutschland

Zuerst erschienen im BahnBrief vom 16. Juli 2026.